Fokussiert auf das Wesentliche

Sabriye Tenberken war zu Gast bei Quarks & Co. Die Sendung nimmt den Zuschauer mit auf eine spannende Reise durch die Biographie der blinden Visionärin. Sie ist eine Frau, die sich auf die positiven Eigenschaften des Blindsein konzentriert und damit auf der Strasse des Glücks durchs Leben geht. Kleine Einspieler zeigen Bilder aus der Schulzeit und wie ihre Mutter sie auf die bevorstehende Erblindung (mit 12 Jahren) bestmöglichst vorbereitet hat. Sabriye Tenberken erzählt von Ihrem Übergang in die vollständige Erblindung und wie sie den Wendepunkt gemeistert hat. Sie hatte Angst vor der Dunkelheit, aber es wurde nicht dunkel. Es wurde…

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Der Weg der Pusteblume

Liebe Birgit-Rita – Du hast mir für meine Zeit in Nepal und Tibet den Weg einer Pusteblume gewünscht… Erst jetzt – im 4. Monat nach meiner Reise – kann ich spüren, wie sehr durch die Berge meine Kraft gewachsen ist. Wie sehr sie durch das Loslassen und Lassen gewonnen hat… Eine Pusteblume wird im Laufe ihrer Zeit immer leichter… bis der Wind ihre Samen bewegen kann. So bleibt von allen Erfahrungen immer nur die Essenz. Deshalb ist es so wichtig, bei der Wertschöpfung unserer Geschichte sehr genau zu sein… und Essenzen zu schöpfen statt in gewohnten und geprägten Interpretationen hängen…

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Tibet 10: Ich komme aus dem Flussland

Am nächsten Morgen werde ich mit der Erkenntnis wach: Ich gehöre hier oben nicht hin. Ich komme aus dem Flussland… Darin liegt keine Unzufriedenheit, kein Hader, keine Klage. Es ist ganz einfach eine Einsicht in den Sinn meines eigenen Lebens. So langsam wächst in mir der Stolz auf das Erbe meiner Vorfahren. Unsere deutsche Geschichte hat uns dazu gezwungen, uns mit der Schuld der Täterschaft auseinanderzusetzen… Wir haben ein nahezu perfektes Programm zur Auslöschung des Fremden entwickelt… Der Genozid scheint zu einer Phase der Menschheitsentwick- lung dazu zu gehören. Wir finden ihn überall: in den USA (Indianer), in Australien (Aboriginis),…

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Tibet 9: Der Teppichkauf

Von Lhasa führt unsere Reise zurück nach Kathmandu. Vor unserem Abflug haben wir 3 Tage, um Kathmundu zu erkunden, das beste Hotel der Stadt zu genießen und natürlich – zu shoppen. Carola weiß was sie will – einen Seidenteppich. Wulf gibt uns noch eine Einführung in die Kunst des nepalesischen Handelns – und dann machen wir beide uns auf den Weg in die Altstadt von Kathmandu. Wir landen in einem Geschäft, das bis unter die Decke mit Teppichen voll ist. Wir werden vom Besitzer über schmale Stiegen bis hinauf ins 3. Stock geführt und lassen uns dort auf einem Berg…

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Tibet 8: Der Segen der Täter

Der ehemalige Regierungssitz des Dalai Lama in Tibet war der Potala-Palast – eine Mischung aus Kloster, Tempel und eben – Palast. Er ist an der höchsten Stelle von Lhasa über 13 Ebenen auf einen Berg gebaut. Die tibetischen Tempel und Klöster haben die Eigenart, so gut wie keine Fenster zu besitzen – sie werden fast ausschließlich von Butterkerzen beleuchtet. In ihnen ist es immer dunkel. In einem Land, in dem viele Menschen nicht lesen konnten, wurden Tradition und Vision über Bilder vermittelt – alle Wände sind daher mit Tangkas und Mandalas in kräftigen Farben bemalt, die allerdings im Dunkeln nur…

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Tibet 7: Ein Leitbild für Mitmenschlichkeit

Während Wulf uns vorne führt, schützt Dawa, unser nepalesischer Bergführer, das Ende unserer Karawane. Er, dem der Weg am leichtesten fällt, geht Tag für Tag mit denen, die schwach und langsam sind. Die schlichte Mitmenschlichkeit, mit der er das tut, habe ich in Europa bisher bei niemandem erlebt: Es gibt keine überhebliche Abwertung der Schwachen, kein Mitleid mit den Fremden und keine gönnerhafte Toleranz gegenüber den Unerfahrenen. Er ist einfach da. Er macht es für uns ein bisschen leichter – indem er uns mit nichts beschwert… Eines Abend sage ich zu ihm: ‚Dawa, you are a bodhisattva for the trekking…

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Tibet 6: Jenseits der Schuld

Überall wo wir Westeuropäer – und wohl vor allem wir Deutschen hinkommen – bringen wir unsere Schuldgefühle mit. Sie verhindern, dass ich mich mit meinem Wert ganz in die Welt stelle und selbstbewusst über meine Fähigkeiten spreche… Sie lehren mich aber auch Mitgefühl und Kooperation und einen verantwortlichen Umgang mit Fehlern… Im Buddhismus kennen Menschen diese Schuldgefühle unserer Art nicht. Es gibt keine Sünde, keine Buße und keine Moral. Folgt man dieser Religion, so erlebt man – konsequent und natürlich – ganz einfach die Folgen seiner Handlungen und Unterlassungen. Schuldgefühle bewirkt, dass wir die Zumutungen des Lebens als Strafe verstehen…

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Tibet 5: Gebete im Wind

Wer in den Bergen des Himalajas unterwegs ist, kommt am Tibetischen Buddhismus nicht vorbei. Die Spiritualität der Menschen entspringt hier mitten in der Natur. Sie ist in jeden Pass, in jeden Fluss, in jedes Tal eingeschrieben. Die Menschen, die in der Höhe leben, wissen, dass sie nur verbunden mit der Natur überleben können. Die chinesische Regierung hat in den 60ger Jahren versucht die kommunistische Agrarwirtschaft auf Tibet zu übertragen – Tausende von Menschen sind in dieser Zeit verhungert… Wer nicht mit der Natur lebt, wird hier von ihr vernichtet. Bei der Umrundung des Kailash habe ich den Wind als meinen…

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Tibet 4: Immer nur eins – und das ganz

Unter Akklimatisierung hatte ich mir vorgestellt, dass – nach einer Zeit der Anpassung – oben alles so läuft wie unten. Doch weit gefehlt… In der Höhe nimmt nicht nur der Sauerstoff sondern auch der Luftdruck kontinuierlich ab. Und das hat weit reichende Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit des Körpers. Es gibt in den Bergen nur bis 4200 Höhenmeter menschliche Siedlungen. Alles, was darüber liegt, können wir zwar eine Weile lang aushalten, es gewährleistet uns aber keinen regenerativen Lebensraum. Hier bleiben wir Fremdlinge. Ihn über 4000 m Höhe ist die Fürsorge für die eigenen körperlichen Belange jeden Moment wichtig. Ich lerne, unmittelbar…

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Tibet 3: Die Entdeckung der Langsamkeit

Unsere Wanderung beginnt in den Bergen von Nepal auf 2200 Höhenmetern. Von hier aus steigen wir begauf, bis wir schließlich – 8 Tage später – bei 4100 m die Grenze nach Tibet überschreiten. Wulf ist vor allem damit beschäftigt, uns zu entschleunigen. Wir stellen fest: wir haben keine Ahnung vom langsamen Gehen. Wir kommen mit einem Konzept von ‚Sport in die Bergen‘. Wir lassen uns von unseren eigenen Ansprüchen die Berge hinauf und hinunter jagen. Wir wissen nichts von der Rhythmuskraft unseres Körpers und überfordern ihn damit ständig. Schließlich zieht Wulf an die Spitze unserer kleinen Karawane und gestattet niemandem…

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