Jeremy Rifkin: Die Empathische Zivilisation

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Jeremy Rifkin ist mir dadurch aufgefallen ist, dass er als Amerikaner so viel Augenmerk auf die historische Entwicklung des europäischen Bewusstseins hat, und auf unseren – seiner Meinung nach – wichtigen Beitrag für die globale mitmenschliche Zukunft. Nun ist sein neustes Buch Die empathische Zivilisation erschienen. Ich habe mich über einige ziemlich polemische Artikel über dieses Buch gewundert, denn ich kenne Rifkin als einen intelligenten und differenzierten Autor. Schließlich wollte ich es wissen, habe mir das Buch gekauft und es selber gelesen. Als ich einmal mit dem Lesen angefangen hatte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Rifkin…

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Die Alten geben uns Kraft, die Jungen schenken uns Inspiration

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Köln ist meine Heimat. Das ich diesen Satz schreiben kann und darin verwurzelt bin, hat fast 46 Jahre gedauert. Ja, ich mochte Köln, aber ein Gefühl von Verwurzlung konnte ich nicht spüren. Desto näher mein Schulende rückte, desto stärker hat mich der Wunsch getrieben, bloß weg hier. Damals wußte ich noch nicht, dass es eine Flucht vor mir selbst war. Ich habe an vielen Orten in Europa und auf anderen Kontinenten mein Glück gesucht. Mein Glück habe ich nicht gefunden, dafür aber immer mehr von mir selbst und das hat mich schließlich das Glück finden lassen. Soweit, wie ich von…

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Weihnachten 1943

Zu Weihnachten treffen sich Genertionen unter dem Weihnachtsbaum. Oft sind es die strahlenden Kinderaugen, die uns Erwachsene verzaubern. Mich hat in diesem Jahr eine Kindergeschichte meines Vater verzaubert. Ich erzählte über die vielen unkonventionellen Weihnachtsfeste, die ich in den letzten 20 Jahren gefeiert habe und das sie mir heute die Freiheit schenken, ein traditionelles Weihnachtsritual ganz und gar zu genießen. Inspiriert durch meine Erzählungen, erinnerte sich mein Vater an das Weihnachtsfest, welches ihn am tiefsten in Erinnerung geblieben ist. Weihnachten 1943, der Krieg tobt in Köln. Jede Nacht hieß es, sein Leben im Keller in Sicherheit zu bringen. Meine Großeltern…

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Authentische Führung

Zu keinen Artikel auf unserer Seite gab es bisher so viel Kommentare, wie auf meinen Eintrag Wir brauchen einen Fährmann. In der regen Diskussion über dieses Thema zeigt sich für mich, was für ein brisantes Thema Führung nach wie vor in Deutschland ist. Wir haben im letzten Jahrhundert einen Führer erlebt, der – wie Walter Holzer in seinem Kommentar Adolf Hitler hatte eine gigantische Schattenseite. Und Schattenseiten entwickeln sich immer aus nicht eingestandener Angst, Wertlosigkeit, Schuld und Scham. Dort wo er seine persönlichen Schwächen nicht annehmen und eingestehen konnte, mussten Millionen anderer Menschen an seinem Schatten zu Grunde gehen. beschreibt…

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Tibet 10: Ich komme aus dem Flussland

Am nächsten Morgen werde ich mit der Erkenntnis wach: Ich gehöre hier oben nicht hin. Ich komme aus dem Flussland… Darin liegt keine Unzufriedenheit, kein Hader, keine Klage. Es ist ganz einfach eine Einsicht in den Sinn meines eigenen Lebens. So langsam wächst in mir der Stolz auf das Erbe meiner Vorfahren. Unsere deutsche Geschichte hat uns dazu gezwungen, uns mit der Schuld der Täterschaft auseinanderzusetzen… Wir haben ein nahezu perfektes Programm zur Auslöschung des Fremden entwickelt… Der Genozid scheint zu einer Phase der Menschheitsentwick- lung dazu zu gehören. Wir finden ihn überall: in den USA (Indianer), in Australien (Aboriginis),…

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Wenn Großväter sprechen

Walter Holzer ist über 80 und erzählt in seinem Blog immer mal wieder aus seinen Erfahrungen im 2. Weltkrieg. Ich sitze jedes Mal gebannt vor dem Bildschirm… Seine Worte berühren mich tief. Mein Großvater wurde 1911 geboren. Er war – Gott sei Dank – nie ein Soldat. Mein Großvater hat immer erzählt: Wenn er eingezogen worden wäre und Menschen hätte töten müssen, hätte er sich umgebracht. Doch das Leben war gnädig mit ihm: seine Fähigkeiten wurden in der Waffen-Industrie gebraucht. Er war der uneheliche Sohn eines Gutsherren-Sohns und einer Magd. Er war ein Schande, ein Makel und wuchs wie ein…

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Menschen haben unterschiedliche Arten, Wissen zu speichern

Ich hatte leider keinen Geschichtslehrer oder Lehrerin, die die Gabe besaß Geschichte lebendig zu vermitteln. Manches Mal habe ich erlebt, dass Geschichtstexte einfach nicht in meinen Kopf wollten und Geschichtszahlen schon gar nicht. Es gibt und gab bestimmt viele Menschen, denen Bücher reichen – mir nicht. Meine Eingangstür ist das Fühlen. Ich speichere über Bilder ab. Heute gibt es die Möglichkeit. Zum Beispiel stellt das ZDF mittlerweile alle gesendeten Dokumentation ins Netz. Gerade habe ich eine Dokumentation gesehen – vom Schlachtfeld zur Union – das Wunder Europas. Anstatt immer nur darüber zu meckern wieviel Zeit Jugendliche heute spielend vor dem…

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Inspiration kommt von Vorne

Ich bin ein Kind der 50ger und 60 Jahre. Meine Generation hat ihren Platz in der Welt als ein innerer Gegenentwurf zur ängstlichen Unterwerfung der Eltern an ein totalitäres Regime formuliert. Selbst-Erfahrung war der Beitrag unserer Generation zum Lauf der Geschichte… In allen Varianten der Selbst-Erfahrung fanden wir Sinn und Erfüllung. Sie waren – als Erforschung des inneren Reiches – zunächst einmal ungefährlich und unpolitisch. Mit ihr haben wir uns einen unvergessenen Platz erworben… sind wir einzigartig, aber auch besonders narzisstisch geworden… Wenn ich heute mit jungen Erwachsenen (20-30) darüber spreche, wofür sie der Generation ihre Eltern dankbar sind, dann…

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Von Generation zu Generation

Wahrscheinlich werden wir bald über 100 Jahre alt. Wahrscheinlich sind die 20-Jährigen bald nur noch eine soziale Randgruppe und eine Minderheit. Wir aber sind viele und das Leben ist lang. Wie verhindern wir Monotonie? Und woher nehmen wir lebenslange Inspirationen? Revolution bedeutete für uns: Protest gegen das Establishment, Auflehnung gegen Autoritäten und Rebellion gegen den Muff von tausend Jahren. Die heutige Jugend hat eine Vorliebe für leise Revolutionen: sie schaffen sich im Stillen ihre eigene Kultur – in der Art wie sie konsumieren und kommunizieren, wie sie arbeiten und leben, wie sie mit Technik umgehen. Sie gestalten ihre Lebenswelten in…

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