Für eine Kultur des Ausprobierens

Die Stimmen für eine Kultur des Scheitern werden mehr – und lauter. Doch Scheitern wird in Deutschland nach wie vor mit nicht erbrachter Leistung und persönlichem Versagen in Verbindung gebracht. Das macht es fast unmöglich, das Wort mit neuem Leben aufzuladen. Wir plädieren daher für eine Kultur des Ausprobierens. Seit vielen Jahren beschäftigen wir uns mit Transformationsprozessen. Transformation bedeutet immer auch, auf eine neue Umlaufbahn zu gelangen, die außerhalb der alten Denkstrukturen (Box) entspringt. Sie läßt sich weder über lineares Denken noch über mentales Verstehen finden. Diese neue Umlaufbahn offenbart sich nur im Ausprobieren neuer Bewegungen. Unser Gehirn fährt von…

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Selbstwert können wir uns nicht selber geben

Beim Selbstwert scheint es sich um eine wackelige Angelegenheit zu handeln. Jedes Mal, wenn das Leben uns Veränderung zumutet, beginnt er zu wanken. Wieso haben wir eigentlich das Gefühl, weniger wert zu sein, nur weil wir unsicher sind? Ich habe immer wieder erlebt, wie Veränderungsprozesse mein eigenes Selbstwertgefühl ins Wanken gebracht haben. Sobald es darum ging, etwas Neues zu üben, kam die Scham fürs Nicht-Können. Es fiel mir schwer, um Hilfe zu bitten – oder freundlich mit meinen eigenen Fehlern zu sein. Auf einmal rutschte mein Wert in den Keller – und riss alles mit, was vorher sicher und stabil…

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Wenn Wut zur Wachstumskraft wird

Wir brauchen eine neue Fehlerkultur. Ein Satz, der gerade oft zu hören und lesen ist. Es ist ein guter Anfang. Eine Fehlerkultur zu schaffen, beginnt jedoch für mich vor der eigenen Tür. Aus Erfahrung weiss ich, dass es ohne ausprobieren, wagen, scheitern, aufstehen, Fehler erkennen, üben, wertschöpfen…nicht geht. Vor allen Dingen dann nicht, wenn Pionierarbeit geleistet wird. Wenn der eigene Scheiterprozess nach Hause geholt worden ist, ist man fest verankert. Auch wenn der Wind unverhofft von vorne bläst. Genau das können Sie im folgendem Video miterleben. Christian Lindner ist am Scheitern gewachsen. Die Beschämung kann ihn nicht mehr berühren. Seine…

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Was Neues riskieren

Was für eine Erkenntnis mit über 50 Jahren: Dass wir die Dinge in der Regel immer so tun, wie wir sie (40 Jahre zuvor) gelernt haben. Dass wir sie auch anders tun können – und dabei neue Aspekte der Wirklichkeit erkennen. Mich hat das Video dazu ermutigt, jeden Tag irgendetwas anders zu machen als sonst. Ich habe inzwischen auf der anderen Seite des Bettes geschlafen… Meine Zähne immer wieder mal mit Links geputzt… Auf der gegenüberliegenden Seite meines Schreibtisches gearbeitet… Die gefragt, die sich Rat bei mir holen… Mich mutig angezweifelt, wo ich sicher war… Mich mutig hingestellt, wo ich…

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Mitgefühl in Alltag und Forschung

Bereits vor 2,5 Jahren hat Prof. Dr. Tania Singer vom Max-Planck Institut zu einem multidisziplinären Workshops in Berlin eingeladen. Der Künstler und Gastgeber Olafur Eliasson hieß die Experten aus der ganzen Welt in seinem Atelier willkommen. In der kreativen und warmen Atmosphäre tauschten sich Neurowissenschaftler, Psychologen, Praktiker, Künstler und buddhistische Mönche zu der Frage ‚How to train Compassion‘ aus. Am Ende des Workshops hatten alle Teilnehmer den Wunsch, das Wissen und die Erfahrungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Herausgekommen ist das eBook: Mitgefühl im Alltag und Forschung. Dank der Unterstützung des Max-Plank-Institut und der großzügigen Mitarbeit aller Beteiligten, ist es kostenfrei…

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Ganzwerden – statt Besserwerden

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Es gibt Augenblicke in meinem Leben, da bahnt sich unvermittelt eine tiefe Einsicht ins Bewusstsein – und etwas in mir wird für immer geändert. Einer dieser Momente war vor etwa 25 Jahren. Ich war im Rahmen eines Vision-Quests vier Tage lang allein in der Wüste von Death Valley. An einem Morgen weckte mich die Sonne und ich wußte: Bevor ich sterbe werde ich bis in jede Zelle meines Körpers lebendig sein. Und: Je älter ich werde, umso lebendiger werde ich. Wenn ich heute daran denke, dann staune ich: Damals war ich Anfang dreizig. Und ich wußte, dass es im Leben…

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Trauer ist Liebe

….mit dieser Zeile begann die Nachricht, die ich gerade erhalten habe. Weiter war zu lesen: „Fritz Roth ist am 13.12.2013 gestorben.Er konnte bis zu seinem letzten Atemzug selbstbestimmt leben, wie er es sich immer gewünscht hat. Als es Zeit war loszulassen, saß seine Familie an seinem Sterbebett. Viele Freunde und Verwandte waren in Gedanken bei ihm – und er war bei ihnen. Sein im Tode ruhendes Gesicht strahlt Zufriedenheit aus. Zufriedenheit über ein intensives, sinnliches, glückliches, ein großartiges Leben.„Das Leben ist ein Geschenk“ hat Fritz immer gesagt. Und er wußte seine Zeit zu nutzen. Ein wunderbares Leben ist zu Ende….

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Konkrethik – ein Wort das wir brauchen

Anfang September las ich in einer Pressemitteilung, dass am 11.9.2012 das neue Buch von Prof. Dr. Thomas Druyen erscheinen wird. Das Datum und der Titel bzw. Untertitel machten mich hellhörig. Krieg der Scheinheiligkeit – Ein Plädoyer für den gesunden Menschenverstand. Ich schätze den Autor, seine Sichtweisen und vor allen Dingen seine Sprache. Hat er sich bis dato für ein neues Bild des Alters und dem materiellen und immateriellen Vermögen eingegesetzt, wendet er sich nun der gesellschaftlichen Scheinheiligkeit und dem Streben nach Wahrhaftigkeit zu. Der Soziologe Druyen, der aus der wissenschaftlichen Tradition kommt, verzichtet in diesem Buch auf seine wissenschaftliche Schreibpraxis…

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Das Ende meiner Sicherheit

Neues Bild

Meine alte Sicherheit hat den Geist aufgegeben. Nach einem Sturz aus mittlerer Höhe funktionierte sie einfach nicht mehr. Seitdem lag meine externe Festplatte irgendwo im Büro herum. Ich wußte einfach nicht, wie ich die Daten auf ihr löschen konnte und sie entsorgen sollte. Sie war groß und schwer, und sie lag immer im Weg. Aber ich konnte sie auch nicht einfach wegwerfen. Schließlich beinhaltete sie – mit all den Daten – einen Teil meiner Geschichte. Wie löscht man Daten, die hinter einem harten Gehäuse geschützt sind? Ich habe überlegt, sie mit Wasser zu überfluten oder tiefzufrieren… Schließlich bat ich einen…

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SONNOS Buchtipp: Ambition von Dorothea Assig + Dorothee Echter

Ich sitze im ICE nach München, 5 Stunden Fahrt liegen vor mir. Ich freu mich, denn ich kann wieder einmal ungestört in ein Buch versinken. Dieses Mal habe ich von Dorothea Assig und Dorothee Echter dabei: Ambition. Wie große Karrieren gelingen. Ich bin neugierig. Auch hier haben zwei Frauen gemeinsam ein Buch geschrieben. Und natürlich interessiert mich: Wie bringen sie ihre Erfahrungen aus jahrzehntelanger Arbeit mit Menschen aufs Papier und in die Sprache? Wie haben sie es geschafft, ihre Unterschiede miteinander zu kombinieren und zu verbinden? Und was ist daraus gewachsen? Nach zehn Seiten haben die beiden mich in ihren…

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