Bereits seit 9 Monaten schwärmt Birgit-Rita von ihren Gesangsstunden bei Paola Tedde und hat immer wieder von ihren Erfahrungen berichtet. Bereits seit 5 Jahren liegt mir meine Freundin Katrin Mikolitch damit im Ohr, dass ich diese Frau unbedingt kennenlernen und erleben muss. Nun ja – manche Wege brauchen einfach ihre Zeit…
Jetzt habe ich eine neue Form der Körper-Supervision für mich gesucht und mich dann für die Stimmbildung entschieden. Dabei ging es mir nicht darum, zu einer guten Sängerin zu werden – ich wollte einfach mehr über die Wirkkraft meiner Stimme erfahren.
Inzwischen habe ich drei Stunden mit Paola Tedde verbracht. Jedesmal bin ich vorher unsicher und aufgeregt – und hinterher begeistert. Sie ist Italienerin und so wunderbar un-deutsch, un-psychologisch und unbeschwert. Sie hat eine unglaubliche Gabe, mich genau dort abzuholen, wo ich bin. Sie bewegt sich mit mir leidenschaftlich schwingend um jeden Widerstand, bis er durchlässig geworden ist. Sie nimmt mich einfach an die Hand – bis sich Angst und Scham im Raum ihrer Herzlichkeit verwandelt haben. Wenn ich mich ihrer Führung anvertraue, erlebe ich, wie sich durch meine Stimme die Kontroll-Barrikaden in meinem Körper sanft verflüssigen. Ich spüre, dass meine Stimme bis auf die Zellebene wirkt – sobald ich den Mut habe, mich auch durch meine Angst und Scham zu singen.
Irgendwie hat das alles mir meinem Bindegewebe zu tun – der Stoff, der alles mit allem im Körper verbindet.
Weiß jemand mehr über die Wirkung von Schwingungen in unserem Körper?
Sei herzlichst bedankt für Deinen ausführlichen, herzliche und farbvoll Feedback.
Ich freue mich schon auf unsere nächsten Stunde.
Zu Deiner Frage wegen Schwingungen in unserem Körper hier ein paar tips u.a.:
“Schwingung und Gesundheit” von Wolfgang Bossinger, Raiumund Eckle oder
“Musik im Kopf ” von Manfred Spitzer sowie auch wie schon kürzlich Dir im Studio gezeigt “Wasser Klang Bilder” von Alexander Lauterwasser
” Der Klang des Lebens” Alfred Tomatis
@ Paola Tedde
Danke für deine wunderbare Führung – und für die Literatur-Tipps.
Singen ist wie nackt vor jemandem zu stehen,eine Entbloessung und Offenlegung der Seele.
Fuer mich bedeutet Singen,mich von meiner reinsten und schoensten Seite zu zeigen, it’s a pure expression of (the) soul….
und das Schwingen,die Vibration im ganzen Koerper zu spueren,ist ein Zeichen der Lebendigkeit und des Erwachens. Mein eigener Gesang bleibt flach wenn ich nicht meinen ganzen Koerper als vibrato (be)-nutze.
Singen bedeutet Verbindung zum Selbst,zur Seele aufzunehmen und im Einklang mit sich selbst zu schwingen.
@ Will
Wer schreibt so einen Kommentar – Mann oder Frau? Wie alt ist jemand, der solch eine Erfahrung teilt? Was sind die Hintergründe, dass JEMAND solch einen Schatz teilt, ohne sich ganz zu zeigen?
@ Will
Ja, dass stimmt. Wenn ich alle meine Gefühle in den Gesang mitbringen darf, brauche ich keine Verkleidungen mehr. Ich fühle mich nackt, pur oder natürlich. Ich begegne darin meinem eigenen Wesen in seiner ursprünglichen Kraft und Zartheit. Ich bin sehr dankbar für die, die auf diesem Weg schon mal vorgegangen sind.
Wie schön, dass sich unsere Wege auf der Suche nach der Wirkkraft der eigenen Stimme erneut berühren.
Meine Erlebnisse mit Schwingungen: Beim Singen entstehen 2 Säulen: eine Luftsäule, die mit dem Kehlkopf den Ton erzeugt, der überall im Körper Resonanzräume findet und die zweite Säule, die über das Knochengerüst aufgebaut wird. Halte eine schwingende Stimmgabel an deinen Schädelknochen: ohne dabei zu singen, schwingt dein ganzer Knochenbau bis in den kleinen Zehe.
Was ist Singen- was passiert weiter beim Singen? Singen findet im Jetzt, im Augenblick statt. Es fordert, gegenwärtig zu sein. In diesem einzigartigen Moment findet mein gesungenes Leben statt! Der Ton bildet aus dem Sein einen Raum in die Zeit, durch die Tonlänge und seinen Rhythmus. Und Singen braucht das Hören.
Meine schamauflösenden Singerfahrungen der letzten 2 Jahre:
- Taizé in Burgund: 6000 Jugendliche und Erwachsene treffen sich eine Woche lang 3 mal täglich zum gesungenen Gebet einschließlich einer stillen Zeit. Menschen aus allen Erdteilen verbinden sich in den Friedensgebeten und tragen ihre Erfahrungen mit in ihre Heimat zurück. Ein weltweites Friedensnetz durch gesungene Gebete ist so über Jahre entstanden. Großartig, Ich bin eine von ihnen.
- Über ihre Erfahrung mit dem Singen am Sterbebett einer Frau berichtet eine Hospizbegleiterin in der Supervision. Die Hände der Sterbenden waren völlig verkrampft. Als sie zu singen beginnt, löst sich die Verspannung. Die Hand wird langsam warm. – Großartig!
- In einem Altenheim wird ein Maibaum aufgestellt. 40 alte Menschen zwischen ca. 80 bis 100 Jahren sitzen beisammen. Flötisten und wenige Sängerinnen begleiten das Ritual mit den Liedern „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus..“.
Eine Frau sitzt mit geschlossenen Augen , verkrampftem Gesicht in ihrem Rollstuhl. Mit Beginn der Musik bewegen sich ihre Lippen, der Mund als wollte er mitsingen. Der Körper folgt ihr nicht mehr.
Eine andere Frau: sie hebt ihre rechte Hand, dreht Kreise in der Luft, mit ausgelassenem Lachen strahlt ihr ganzes Gesicht als möchte sie tanzen. Der Körper folgt ihrem Geist nicht mehr.
Andere Alte singen mit, nein, sie brummen eher. Zu singen ist den meisten nicht mehr möglich. Der Geist und das Herz würden gern noch.
Beim abschließenden Applaus beobachte ich Hände, die klatschen wollen, aber die andere Hand nicht wieder finden..
Diese persönlichen Erfahrungen zeigen mir, dass es keinen Grund gibt, seinen Schatz, seine Stimme im Acker zu vergraben. Ich habe sie mit Freude frei gelegt, werde hörbar für andere, teile sie und verbinde mich – entblößt vor anderen, wie ein Vorgänger schreibt. Ja! und sie wirkt als kraftvolles Leben im Jetzt.
Zum Schluss meine Schlüsselerfahrung vom letzten Wochenende: Sologesang mit einer wunderbaren Partnerin in einer vollen Kirche, begleitet durch MusikerInnen und Chorgemeinde. Aus der Kombination der Schönheit und Kraft der Stimme meiner Partnerin und meiner Stimme ist etwas wunderschönes, kostbares Drittes für alle Hörer entstanden. Und meine Vision von Führung ist hörbar geworden: in der Kombination entsteht das Neue, das Zukünftige; das kann nie einer allein!
Und wer noch weiter suchen will: “Wie im Himmel ” , mein Filmtipp.
Heute schätze ich das Singen mit großer Dankbarkeit!
@Birgit-Rita
wohin soll ich meinen Lebensslauf mit Bild schicken? ;o)
Will ist die Kurzform fuer William, Mann, 32 ge- und erlebte Jahre.
Diesen Schatz habe ich geteilt,weil ich mich von Christianes Bericht angesprochen fuehlte. Im Rahmen meiner Schauspiel-ausbildung singe ich auch einmal woechentlich fuer 2 Stunden,und es macht mir am meisten Spass,obwohl ich am Anfang gar nicht singen wollte! Jetzt sind die Gesangsstd. die schoensten ueberhaupt….
Leider wird zu vielen Menschen gesagt:’ Du kannst nicht singen’! Vor allem Kindern,und diese wachsen dann mit dem Glauben auf. Sehr schade ist das,denn ich glaube jeder Mensch hat eine schoene Seiten,die er oder sie (be)singen kann.
@William
Mit der Ironie bezüglich ihrer Identität kann ich gut leben. Ich finde es wunderbar, was ich jetzt noch alles von ihnen erfahren dürfte. Jeder Mensch hat eine eigene Stimme, die er zum klingen bringen kann. Ich finde, es kann gar nicht genug Menschen geben, die Frauen wie Männer motivieren, sich durch den Glaubenssatz “Du kannst nicht singen” hindurch singen und die Erfahrung machen, wieviel Glück und Freude in dem eigenen Gesang verborgen ist.
Jeder ihrer Zeilen ist für mich pure Motivation. Danke.
@ Will,
schicke deinen Lebenslauf zu mir:)
du machst mich neugierig.
@Christiane,
ich verneige mich vor deiner Ehrlichkeit.
Zu lesen das du dich durch Scham und Ängste singst – hilft mir grade sehr. Ich erlebe wie es sich anfühlt, meinen Scham und meine Ängste fest zu halten und dem Lebensfluss dadurch nicht mehr folgen kann.
Plötzlich merke ich, das ich vom Leben jemand geschenkt bekommen habe, die mich da abholt, wo ich grade bin und mich an die Hand nimmt.
Mir hilft bis sich Angst und Scham im Raum meiner Herzlichkeit verwandeln kann.
Ich darf erleben wie es sich anfühlt – wenn jemand mich an die Hand nimmt und sagt – vertrau mir, ich lass dich nicht los.
Ich kann und darf mich zum ersten mal in meinem Leben fallen lassen und erleben was es heißt – zu vertrauen.
Das du so ehrlich über deine Gefühle geschrieben hast, hat mir geholfen mein Herz zu fühlen.
Singen ist die Seele meines Herzens.
Das anschließende Vibrieren, ist die Kraft meines Herzens.
Lasse ich das Vibrieren ohne Scham und Angst zu – so beschenke,
ich mich selbst und jeden der mir begegnet.
Sehr interessiert verfoge ich die Reaktionen auf diesen Beitrag. Ich kann diese Erfahrungen teilen. Sogar mit meiner Sprache erlebe ich oft ähnliches. Manchmal bleiben mir die Worte und die Sprache weg, weil ich nicht mit meiner Scham verbunden bin. Der Kehlkopf ist abgeschnitten von meinem Körper, Vibrationen bleiben im Hals stecken.
Durch diesen Beitrag und all die Reaktionen wird mir noch deutlicher, dass meine Stimme in meinem Körper entspringt. Schneide ich mich ab von einem Gefühl, bleiben Zellen meines Körpers isoliert, ich bleibe isoliert und meine Stimme genauso.
@ Mariane Zgoda-Hachmann
Mich hat das Bild deiner zwei Schwingungssäulen sehr inspiriert… Eine besteht aus Luft und die andere aus dem festen Körper des Knochengerüsts. Ich kann fühlen, dass die Schwingungen in meinem Festkörper anders sind, als im Wasser- oder Luftanteil meines Körpers. Irgendwie schwingen alle miteinander, aber doch auch jeder für sich. Es ist wie eine Orchester der Zellen…
@Christiane – pure Inspiration ist Dein Beitrag für mich. Auch ich fühle, daß ich gern mehr von mir ausdrücken würde über meine Stimme. Die Barriere des Schamgefühls, der absoluten Unsicherheit und der Hemmung ist mir nur allzu gut bekannt. Ich habe von Euch viel über den rechten Zeitpunkt gelernt – vielleicht naht ja für mich die Zeit, die reif ist, meine Stimme mehr in meinen ganzheitlichen Ausdruck zu integrieren?