Christian und Ena leben seit Jahren in der Wohnung über uns. Wenn ich in meinem Büro sitze, kann ich hören, wie Ena Klavier spielt… Ich bestaune nun schon seit Monaten, mit wie viel Begeisterung sie übt. Immer wieder gibt es herzliche und tiefsinnige Begegnungen im Treppenhaus… Gestern haben sie uns zum Essen eingeladen.
Enas ist eine leidenschaftliche Hiphop-Tänzerin. Ihre Eltern sind vor Jahren mit ihr und ihrer Schwester aus Serbien geflohen. Christian ist Webdesigner, Musiker und Video-Künstler. Sein Vater ist General bei der Bundeswehr und gerade aus Afghanistan zurück gekommen. Alle seine Brüder sind von der Bundeswehr ausgemustert worden, und haben stattdessen einen kreativen Lebensweg gewählt… Manchmal wählt das Leben einfach großartige Wege…
An diesem Abend stelle ich fest, dass ich die Suche nach meiner Identität nie mit Musik verbunden habe – und auf einmal fehlt sie mir…
Ich lausche den musikalischen Geschichten ihres Lebens und dabei erfahre ich etwas über Gigs und die Magie der Bühne, über Post-Rock und Underground-Hiphop… Und – wie nebenbei – auch noch etwas über das Vermögen, mit einem Video einen Augenblicke des Lebens so einzufangen, dass aus ihm Kunst werden kann.
Am Tag danach laufen bei mir nun Viva und MTV gleichzeitig – zum ersten Mal in meinem Leben. Und dann finde ich bei Hannelore Vonier einen Hinweis auf ein großartiges internationales Musik-Projekt.
Auf einmal bin ich in der Welt der Musik angekommen.
Und ich frage mich, welche Erfahrungen du wohl mit Musik gemacht hast…
Sehr interessanter Beitrag….
Als Schotte hat mich die Leidenschaftslosigkeit der Deutschen im Bezug zur Musik immer wieder verwundert.Als ich nach 23 Jahren wieder nach Grossbritannien zurueckkehrte,merkte ich erst wie sehr Deutschland in dieser Hinsicht unterentwickelt ist.Hier ist Musik ueberall: Im Arbeitsamt,beim Arzt,auf den Strassen,jden Tag der Woche gibt es irgendein Konzert von neuen und experimentellen Musikern.Fuerjemandem mit meiner Leidenschaft fuer Musik war es ein Traum wieder zu Hause zu sein.
Mein eigenes Leben war/ist gepraegt vom Soundtrack der Rock- und elektronischen Musik.U2,Jean Michel Jarre,Michael Jackson,Dr.Dre,The Prodigy,Aphex Twin,Johnny Cash,Pink Floyd uva.
Obwohl Schauspiel/Film mein Beruf ist wird mein Herz immer der Musik gehoeren,fuer mich die reinste hoerbare Form der Emotion und absolut unverzichtbar!Ohne Musik koennte ich mir mein/das Leben gar nicht vorstellen,es waere nicht Lebenswert…
Christiane,ich freue mich fuer dich,weiss gar nicht wie Du es so lange ohne musikalische Leidenschaft ausgehalten hast!? Du wirst viel entdecken und hast eine menge Spass und Arbeit von dir,und hoffentlich wirst Du viele Alben hoeren die Du dir erst erarbeiten/erhoeren musst,den diese sind meiner Meinung nach die besten!
Anhoertip: BBC 6 Music – Der Name ist Programm,dort gibt’s alles von schraeg bis Pop,und es ist immer interessant.
Seit einigen Jahren habe ich Gesangsunterricht. Eigentlich ist es eher eine Form der Selbst-Werdung, denn meinem Lehrer ist es daran gelegen, die Stimme als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit zu nutzen. Mir hilft es, zu spüren, wie groß und vielfältig ich bin, zu merken, wie viel Spaß es macht, meine Stimme für mich selber zu erheben. Über das Singen wird mir auf spielerische/musikalische Weise klar, wie viel leichter verschiedene Dinge gehen, wenn ich präsent bin, mit dem Herzen dabei bin und mich in meiner Eigenart zeige. Zum Glück habe ich einen Lehrer der voller Begeisterung jubelt, wenn ich einen “Fehler” mache – er gratuliert mir dazu Kontrolle abgegeben zu haben und wir feiern ein Fest.