Wenn Wut zur Wachstumskraft wird

Wir brauchen eine neue Fehlerkultur. Ein Satz, der gerade oft zu hören und lesen ist. Es ist ein guter Anfang. Eine Fehlerkultur zu schaffen, beginnt jedoch für mich vor der eigenen Tür. Aus Erfahrung weiss ich, dass es ohne ausprobieren, wagen, scheitern, aufstehen, Fehler erkennen, üben, wertschöpfen...nicht geht. Vor allen Dingen dann nicht, wenn Pionierarbeit geleistet wird. Wenn der eigene Scheiterprozess nach Hause geholt worden ist, ist man fest verankert. Auch wenn der Wind unverhofft von vorne bläst.

Genau das können Sie im folgendem Video miterleben. Christian Lindner ist am Scheitern gewachsen. Die Beschämung kann ihn nicht mehr berühren. Seine Wut hat ihn geschützt und seinen Worten Richtung gegeben. Der Politiker konnte in der Situation unmittelbar antworten und eine souveräne Rückhand spielen. Der letzte Satz, das hat jetzt richtig Spass gemacht, kam von Herzen und fühlte sich leicht und beschwingt an.

Am Samstag den 7.2.2015 wenden wir uns im Tagesseminar ‚Wie Gefühle wieder rund laufen‘ auch der Wut zu. Richtig eingesetzt wird Wut zu einer Wachstumskraft, die uns hilft, kraftvoll und deutlich mit Respektlosigkeiten umzugehen und für den eigenen Weg einzustehen.

 

2 Kommentare

  1. Elke-Maria Rosenbusch

    4. Februar 2015

    BRAVO! Es sagt sich so leicht: neue Fehlerkultur! Und dann zeigt sich, wenn es darauf ankommt, doch das alte elendige Inventar im Kopf. Gelebtes Wissen, erlittene Erfahrung und alle Hoch- und Boden-Gefühle, die im eigenen Scheitern erlebt wurden, bringt Lindner auf den Punkt. Es wirkt so, als habe er auf den Tag gewartet, an dem er den im Scheitern unerfahrenen Schwätzern endlich vor Publikum ins Gesicht sagen kann: Scheitern und Erfolg sind zwei Seiten derselben Medaille. Scheitern steht für Mut zum Ausprobieren, Anlass zum Lernen, Wachstum und für einen Neuanfang.

  2. Birgit-Rita Reifferscheidt

    5. Februar 2015

    Bravo! sage ich zu Deinem Kommentar. Ich lese Dich so gerne.
    Du beschreibst mit dem Bild der Medaille so treffend, dass Menschlichkeit 2 Seiten hat. Erfolg, Stärken, Leistung…. auf der einen Seite und Scheitern, Schwächen, Lernfelder auf der anderen Seite. Das ist menschlich. Die Mitte liegt dazwischen.

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