5 Verben geben Richtung

Zur Vorbereitung unseres ersten Kreativen-Wir-Treffens, gehörte nicht nur eine kreative Einladung. Seit gut einem halben Jahr bin ich mit meinem Projekt I REMEMBER unterwegs. Es bewegt mich auf sehr praktsche Weise hinaus aus meinen Vorstellungen. Während der vielen Stunden, die ich mit dem Projekt verbracht habe, kam mir auch eine Idee, wie wir sehr praktisch in unserem ersten Treffen beginnen könnten. Jedes Teammitglied bekam im Laufe  der letzten 3 Monate Buchstaben von mir, die ein Wort ergeben oder besser gesagt ein Verb. Ich lud sie ein, ihrem Wort mit ihren Händen einen persönlichen Ausdruck zu verleihen. So ergab es sich auch, dass an unserem ersten Treffen einige Worte bereits fertig gestaltet waren, andere die erste Grundierung bekommen hatten und wieder andere noch pur und unberührt waren.

Im Laufe der nächsten Monate werden alle Verben auf individuelle Weise gestaltet sein und mein REMEMBER wird eine deutsche Übersetzung bekommen. Zusammen ergeben BEWEGEN; BERÜHREN; ERINNERN; WERZSCHÄTZEN und WERTSCHÖPFEN unsere Landkarte.

Dem einen oder anderen mag es vielleicht seltsam erscheinen und er fragt sich vielleicht, was das soll. Mir ist es am Anfang auch so ergangen. Mittlerweile bin ich seit vielen Jahren geübt, meinen kreativen Impulsen zu folgen, auch wenn mein Verstand rebelliert. Meistens wird es besonders spannend, wenn mein Kopf nicht mehr mitkommt. So auch in diesem Fall. Die 5 Worte bekamen im Laufe des Tages viel Aufmerksamkeit. Wir schauten und handelten mehr und mehr durch die Brille der TUworte. Am Ende des Tages war jedem von uns klar, dass jeder genau das richtige Verb hat und dass das Zusammenspiel der 5 lebendigen Worte eine spannende Landkarte für unser Team ist.

Wie man auf dem Foto sehen kann, besteht der Kreis aus 6 Teilen, obwohl wir nur 5 Teammitglieder sind. Beim Aufteilen des Kreises, der ein Symbol für Individulatät und Gemeinschaft ist, ist uns ein Fehler unterlaufen. Vielleicht ist es gar kein Fehler, sondern viel mehr ein Zeichen, dass noch etwas fehlt. Auf jeden Fall gibt es ein leeres Feld und wir haben uns entschlossen, es auch so zu lassen. Mal schauen was passiert.

Wir hatten den Tag in individuelle und gemeinschaftliche Zeiten eingeteilt. Die individuellen Zeiten wurden sehr unterschiedlich genutzt. Manch einer wollte etwas üben, andere brauchten Feedback. Außerdem gab es viele interessante Fragen. Inspiriert waren wir am Schluss alle von allem. Am Nachmittag haben wir uns den ersten gemeinschaftlichen Projekten gewidmet. Bis zu unserem nächsten leibhaftigen Treffen im April bauen wir weiter an den Strassen unserer Landkarte. Mit anderen Worten wir erinneren, bewegen, wertschätzen, berühren oder wertschöpfen uns selbst und miteinander. Wir sind schon mittendrin und es wirkt.

 

8 Kommentare

  1. Elke-Maria Rosenbusch

    22. März 2013

    Mein Verb ist sehr lebendig, doch die Buchstaben sind noch nackt. Bislang habe ich Buchstaben als Zeichen oder als Laut betrachtet.
    Es ist eine neue Qualität und ein sehr feines Gefühl, ein Wort-Geschenk zu erhalten – konkret und plastisch, mit so viel Buchstaben, dass es zwei Tüten braucht.
    Ich freue mich darauf, mich auf jeden Buchstaben einzulassen, mich von der Eigenart jedes Buchstaben verzaubern zu lassen und zu entdecken, was Vorder-, Rück-, Ober- und Unterseite jedes einzelnen Buchstaben zum gesamten Wort beitragen.
    Mit jedem Buchstaben – 13 an der Zahl – wird es ein Duett sein: das W und ich, ein E und ich … und irgendwann wird es ein vielstimmiger Chor einzelner Buchstaben werden, die in der richtigen Reihenfolge ein wunderbares Wort verkörpern. Und WERTSCHÄTZEN wird sich mit BEWEGEN, BERÜHREN, ERINNERN und WERTSCHÖPFEN zu etwas Neuem verbinden. Was es wird, kann ich mir heute nicht vorstellen – gut so.

  2. Birgit-Rita Reifferscheidt

    23. März 2013

    @ Elke-Maria Rosenbusch
    Ich habe auch eine Zeit mit den nackten Buchstaben verbracht. Es seine Zeit gebraucht bis der erste Impuls sich in die Tat umgesetzt hat. Danach floss es nur so.
    Ich kann die Freude in Deinen Worten fühlen, die Dir die Duette machen werden. Ich bin gespannt auf Deinen „Chor“.

  3. Christiane Windhausen

    25. März 2013

    Ich bestaune gerade, dass meine Buchstaben einen KÖRPER haben. Normalerweise kenne ich das Wort als Ton im Ohr oder als zweidimensionale Fläche auf dem Blatt oder Bildschirm. Jetzt haben sie eine Vorderseite, eine Hinterseite, Kanten, Breite und Tiefe. Jeder liegt anders in meiner Hand, hat ein anderes Gewicht und einen anderen Schwerpunkt. Sie stehen mal neben einander, mal vor einander. Nun ja – eigentlich stehen sie gar nicht so gerne. Sie lieben es, sich lässig an eine Wand zu lehnen oder – innig vertraut – übereinander zu fallen. Meine Buchstaben sind einfach umwerfend…

  4. Stefan Strobel

    26. März 2013

    Ein Wort ist ein Wort, zwar wichtig und manchmal mehr als nur ein Wortinhalt, aber dennoch „nur“ ein Wort – das war lange Zeit meine Überzeugung, mein festes Wissen.
    Nun entdecke ich, dass ein Wort eine ganze Welt sein kann, schon alleine etwas Großes darstellt und noch mehr in Verbindung mit anderen Worten.

    Mein Wort verändert sich, sogar die Anzahl der Buchstaben ist nicht fix! Alles Dudenkonform – Unglaublich finde ich!
    Das Wort gestaltet mich und ich gestalte das Wort. Beides wechselt ganz real im Tun. Manchmal sitzt mein Wort gefühlt auf meiner Schulter wenn ich mit Menschen arbeite und unterwegs bin; gibt mir einen Hinweis, macht mich Aufmerksam.
    In der Verbindung mit 4 weiteren Verben, einzeln oder mehrere, entstehen unterschiedlichstes und gerichtetes Wachstum und Entwicklung. Ein tolles Geschenk.
    Und manchmal macht es ganz einfach einen riesigen Spaß die Buchstaben zu bearbeiten, zu sehen was passiert, wohin die Reise geht und in Vorfreude zu schwelgen…

  5. Cordula Rosenfeld

    26. März 2013

    Für mich war bereits der Prozess der Gestaltung ein riesiges AHA-Erlebnis! Zu staunen, wie großartig ein Ergebnis sein kann, wenn die Lösung nicht den eingefahrenen Denkbahnen meines Verstandes entspringt sondern aus der absichtslosen Schöpferkraft meiner Hände fließt – und das auch noch voller Begeisterung und ganz mühelos. Das ist eine Erfahrung, die ganz bestimmt noch häufig in das „Kreative Wir“ einfließen wird. Ich bin selbst sehr gespannt, welche neuen Richtungen mir meine Hände weisen werden.
    Danke Birgit-Rita, daß Du mich mit Deiner Idee auf die Begeisterungsspur geführt hast! Durch den Kanal meiner Hände erhält BEWEGEN eine ganz neue Richtung.

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