Verletzlichkeit – ein Schlüssel zum Potential

Brene Brown ist eine amerikanische Forscherin, die Geschichten erzählt. Genauer gesagt ist sie eine Verletzlichkeits-und Schamforscherin, die ihre eigenen Geschichten erzählt. Das tut sie auf eine so erfrischende und informative Weise, dass ihre Vorträge in kürzester Zeit an die 4 Millionen Klicks auf Youtube erreichten. Nach diesem unglaublichen Erfolg bekam sie viele Vortragsanfragen. In den meisten Fällen wurde sie gebeten nicht über Verletzlichkeit und Scham zu sprechen.  Auf ihre Frage hin, worüber sie denn sprechen sollte, fielen in den meisten Fällen Themen wie Innovation, Kreativität und Veränderung.  Alles Themen, die in der Verletzlichkeit entspringen. Es gibt nichts Verletzlicheres als etwas zu erschaffen, was es vorher noch nicht gab, so die Forscherin.

Sie entschied sich, zu ihrem Anliegen zu stehen.  Zum Glück! Gerade jetzt braucht es Menschen, die wie Brene Brown fühlbar darüber sprechen, dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist. Menschen, die Gehör finden und Verletzlichkeit als emotionales Risiko definieren. Es freut mich sehr, in ihrem Vortrag zu hören ist, dass Verletzlichkeit das Maß unserer Courage zeigt, ehrlich zu sein und uns wahrhaftig zu zeigen.

Mindestens genauso wichtig ist es über die Scham zu sprechen. Auch das tut sie. Sie stellt sich auf die Bühne und spricht mit viel Humor über ihre Schamabgründe und erklärt an Hand ihrer Geschichte und anderen Geschichten, was Scham ist und woher sie kommt. Damit schafft sie es, dass die Menschen hinhören. Bemerkenswert.

Seit über 10 Jahren beschäftigen wir uns mit Potentialentfaltung. Potentialentfaltung, Verletzlichkeit  und Scham gehören unmittelbar zusammen. Auch wenn nicht laut darüber gesprochen wird. Wir haben früh herausgefunden, dass ein Schlüssel zur Potentialentfaltung das Mitgefühl ist. Die meisten Menschen denken erst mal, wenn sie Potentialentfaltung hören, ja wunderbar, das möchte ich auch. Wenn man sich dann aber langsam ihren verschlossenen Türen nähert und bespricht, was sich entfalten möchte, kommen die Gefühle. Mitgefühl schafft dann Vertrauen und Vertrauen wandelt die Verletzlichkeit in Selbstbewusstsein und lässt die Scham ganz leicht schmelzen.

Hören sie selbst, lachen sie selbst und vielleicht weinen sie auch selbst. Ich habe es getan. Ich kann nur sagen, danke für diesen Vortrag.

5 Kommentare

  1. Michael

    7. September 2012

    Grossartiger Vortrag mit schönen Wortbildern! „Scham ist der Sumpf unserer Seele. Wir brauchen dort kein Haus zu bauen aber wir sollten lernen uns dort zurechtzufinden und gute Stiefel anzuziehen…“ Herrlich :)

  2. Maike Strunk

    10. September 2012

    Dieser Vortrag hat mich sehr berührt – danke für’s Teilen! Ein wunderbares Plädoyer für Wagemut und Authentizität und ein Mutmacher zum Ablegen der kugelsicheren Weste.

  3. Stefan Strobel

    7. Dezember 2012

    Wow, ein Mensch, eine Frau, die in jeder Sekunde spürbar aus dem Herzen spricht und mich damit berührt und voll mitnimmt.
    Mündet mit der Aufforderung konkret mitzumachen. Wunderbar.

    Sogar das Wie für die Verbindung untereinander bekomme ich noch frei Haus dazu: „ICH AUCH“. 7 Buchstaben und ein wunderbares Rezept für die tägliche Anwendung! Danke für dieses wunderbare Weihnachtsgeschenk.

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