Sternstunden der Quantenphysik: Ein Interview mit Hans-Peter Dürr

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Hans-Peter Dürr, Quantenphysiker und Träger des alternativen Nobelpreises , blickt in diesem Interview (1/6 bis 6/6) mit dem Schweizer Fernsehen auf sein 80-jähriges Leben zurück. Er fordert ein neues Denken. Für ihn sind unsere Krisen geistige Krisen, die aus einer ganz bestimmten Art zu denken entspringen.

In einer Stunde konnte ich fühlbar miterleben, wie  konsequent dieser Mann sich durchs Leben bewegt. Welchen Wandel sein Bewusstsein im Laufe seines Lebens vollzogen hat. Gebannt habe ich vor dem Bildschirm gesessen und mich von dem wachen und weisen Geist von Hans-Peter Dürr faszinieren lassen. Der Mensch liegt ihm am Herzen – der Mensch in seiner Verantwortung. Das konnte ich in jedem seiner Sätze spüren.

Im Interview erzählt der Gründer des Globale Challenges Network e.V. und Mitverfasser des Potsdamer Manifest warum er im Grunde kein Quantenphysiker ist – und was es mit Wirks und Passierchen so auf sich hat. Er gibt Einblicke in Zeiten, in denen er niemanden mehr geglaubt hat und nur die Wissenschaft ihm Halt und Richtung gab. Er nimmt den Zuschauer mit zu den wichtigsten Stationen in seiner Lebensgeschichte. Erzählt, warum er bei Edward Taler, dem Vater der Wasserstoffbombe studiert hat und Hannah Arendt eine Schlüsselfunktion in seinem Leben einnahm.

Hans-Peter Dürr ist Grenzgänger und verkörpert, wovon er spricht.  Für ihn ist das Nachfragen, die effektivste Form sich einzumischen und Geschichtenerzählen eine dienende Form, sich zu verständigen.

In einem großer Teil des Interviews geht es um das Thema Kreativität. Anhand seiner oft geführten Gespräche mit Werner Heisenberg, beschreibt er die wichtigsten Zutaten für einen kreativen und wissenschaftlich forschenden Dialog… Und zum Schluß wagt er dann noch ein Tänzchen und erzählt uns, was ihn am improvisierten Tanz so begeistert.

Ich habe dieses Interview inzwischen mehrmals gehört – und jedes Mal war es für mich eine neue Inspiration. Hans-Peter Dürr  ist der lebendige Beweis dafür, dass Loslassen jung und beweglich hält.

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