Was ich zum Abschied noch zu sagen hätte….

Nach 42 Jahre spricht Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun das letzte Mal im Raum 4089 in der Universität Hamburg. Seine Abschiedsworte sind ein Erlebnis.

In seiner Rede „Was ich noch zu sagen hätte“ spricht er über seinen Einstieg in die Psychologie, erzählt mit Witz und Humor über Schlüsselsituationen auf seinem Weg und streift seine großen fachlichen Errungenschaften. Seine Abschiedsrede ist ein Meisterstück seines Fachgebietes: „Die Kommunikation im Spannungsfeld zwischen Professionaltität und Menschlichkeit.“

Er spricht nicht nur darüber, dass Lernen viel mit gelungener Begegnung zu tun hat, er lässt es den Zuschauer auch erleben. Ein Teil seiner Rede beschäftigt sich mit der Integration von Gegensätzen.  Jedes seiner Worte ist für mich fühlbar. Seine Bemühung, die Verbindung von Wissenschaft und Mensch bei sich selbst beginnen zu lassen, ist wahrlich gelungen .

Ich lausche gerne Menschen, die nach einem langen Berufsleben zum Abschied auf ihr Leben blicken, fühlbar ihre Erfahrungen  teilen und die Größe erlangt haben, über die eigenen Schwächen und Mißerfolge zu lachen.

Ganz geht er natürlich noch nicht. Ein wacher Geist wie er hat Vorsorge getroffen. 2007 hat er  das „Schulz von Thun-Institut für Kommunikation“ gegründet.

Die Rede dauert  ca. 97 min.  Für mich hat sich jede Minute gelohnt. Wie lange konnte er sie begeistern und was hat sie  beeindruckt?

5 Kommentare

  1. Ulrike

    30. November 2009

    Die Zeit ist verflogen. 97 Minuten volles Leben.
    Ich liebe es, wenn jemand über sich lachen kann.
    Was für eine Freude das wohl macht, bei so einem Prof. zu lernen.
    Eine Abschiedsrede von Herz zu Herz. Am Ende habe ich auch geklatscht und kam mir, als ich das merkte, ein bisschen doof vor. Was solls!

  2. Birgit-Rita Reifferscheidt

    1. Dezember 2009

    Wieso doof? Es zeigt nur, dass du dich hast ganz und gar berühren lassen. Ich schätze deine Unmittelbarkeit sehr und hatte großen Spaß, als ich deinen Kommentar gelesen habe. Ich bin mir sicher, Prof.Dr.Schulz von Thun würde sich sehr gefreut, wenn er wüßte, dass er Menschen am Bildchirm so bewegen kann !!!

  3. Christiane Windhausen

    12. Dezember 2009

    Was für ein wunderbares Gefühl, dass jemand, der sich mit Kommunikation beschäftigt, nicht nur etwas von Kommunikation versteht (das ist ja klar), sondern sie auch lebt und leibhaftig verkörpert…

  4. Svenja Koebe

    14. Dezember 2009

    Ich habe Schulz von Thun „mit Glück“ hier in Hannover gehört. Er ist ein Phänomen, denn er hat uns sein „inneres Team“ auf eine so anschauliche und persönliche Art und Weise vorgestellt, die mich beeindruckt hat. Nicht nur, dass er es versteht, Dinge auf einfache Weise so anschaulich zu machen. Beeindruckt hat es mich, dass er so menschlich und authentisch ist dabei. Er hat aus seiner Familie erzählt und viel von sich selber „preisgegeben“. Hätten doch meine Profs damals in der Uni mehr Menschliches gehabt, wären die Vorlesungen sicher spannender und lehrreicher gewesen!

  5. Birgit-Rita Reifferscheidt

    15. Dezember 2009

    @Svenja Koebe
    An die Lehrer, die ihr Menschsein mitgebracht haben kann ich mich heute noch gut erinnern – auch an den Stoff den sie vermittelt haben. Leider waren es sehr, sehr wenige – den beiden bin ich heute noch dankbar. Besser 2 als keinen.

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