Musik ist so mächtig wie die Liebe
Ich habe gerade bei TED ein wirklich bemerkenswertes Video gesehen. Emmanuel Jal gehörte zu den Kindersoldaten, die im Sudan eingesetzt worden sind. Nach 5 Jahren im Krieg wird er verletzt, von europäischen Entwicklungshelfern gerettet und lernt Emma Cun kennen. Sie führt ihn in die Welt der Musik und schenkt ihm damit einen Weg in die Liebe. Heute ist er ein Hip-Hop-Star und kämpft mit seiner Musik für die Kinder in Kriegsgebieten. Bei TED erzählt er seine Geschichte – und singt sein Lied.
Ich finde es unglaublich, welche Kraft ihm ein einziger Mensch und die Musik geschenkt haben. Durch Emma Cun hat er angefangen, seine eigene Geschichte zu besingen. Heute kämpft er für die Finanzierung für Schulen im Sudan. Bildung ist für ihn das wichtigste Mittel gegen Hass und Rache. Nur wer lesen und schreiben kann und einen Zugang zum Internet hat, kann seine eigene Stimme beschützen und sich ausdrücken. In einem Interview sagt Emannuel Jal: Education empowers people. Education will enlighten the world.
Als ich Mitte 20 war, habe ich mich für unsere nationalsozialistische Geschichte geschämt. Heute bin ich immer wieder schockiert und peinlich berührt, wenn deutlich wird, dass wir in der internationalen Gemeinschaft nun wirklich kein leuchtendes Beispiel für eine innovative Bildungspolitik sind.
Und dass, obwohl wir doch aus eigener Erfahrung wissen sollten: Gefühle sind manipulierbar – vor allem bei fehlender Bildung. Angst macht dumm – und Kriege werden nun einmal aus Angst geführt.
Ich würde wirklich gerne Emma Cun kennen lernen.
Inga Oltersdorf
28. August 2009
Danke für diesen Link. Denn das Video über die Geschichte von Emmanuel Jal zeigt mir wie groß die Kraft sein kann, sich vom Leben führen zu lassen. Dass dieser Mann den Menschen begegnet, die ihm Türen öffnen, um etwas zu bewegen, was ihm tief tief am Herzen liegt.
Ich finde es sehr interessant zu sagen, dass Gefühle manipulierbar sind. Daher ist Bildung ein sehr wichtiger Faktor, um sich selbst zu schützen. Doch ich erlebe oft, dass der persönliche Bildungsstand (Grad des Schulabschlusses) auch als Maßstab dient. Ein Maßstab, der plötzlich das eigene Selbstbewusstsein häftigst drosselt und die eigene Entscheidungskraft manipuliert. Ich meine, dass Bildung Menschen in Kategorien steckt. Und diese Kategorien hemmen und nehmen manchmal den Mut, mal über den eigenen Horizont zu schauen. Aus der Angst heraus, Doof zu sein.
Thorsten S.
18. September 2009
Hallo und auch ein Dankeschön für den Link zu Emmanuel Jal und werde auf http://stwillehadoldenburg.wordpress.com/ zu ihm einen kleinen Artikel schreiben.
Freundlich grüßt
Thorsten S.