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In jedem Handicap liegt ein Talent

Mit Faszination lese ich bei Spiegel online in dem Artikel Erfolgreich mit Autisten über ein dänisches IT-Unternehmen, das Autisten eingestellt hat und damit sehr erfolgreich arbeitet.

Der Gründer Thorkil Sonne hat selber einen autistischen Sohn und hautnah miterlebt, wie detailgenau und fehlerfrei Autisten sind – auch wenn sie im sozialen Bereich gehandicapt sind. In seiner Firma arbeiten heute 37 Autisten. Immer mehr seiner Kunden lernen, dass er viele Aufträge mit seiner Firma zuverlässiger ausführen kann als andere – gerade weil er mit Autisten arbeiten.

Felicitas Heyne beschreibt einen autistischen Jungen, der in einer lebensbedrohichen Situation gerade dadurch überlebte, dass er nicht durch seine Gefühle in Panik gerät.

Autismus ist mehr als eine Behinderung. Es ist – wie jedes Handicap – eine Begabung. Mich macht das neugierig, auf die Menschen, die etwas nicht können. Menschen mit Lernstörungen, mit Aufmerksamkeitsdefiziten, mit Behinderungen…

Mich macht es neugierig auf das, was ich nicht kann. Dort liegt – ganz offensichtlich – ein Schatz verborgen.

4 Kommentare »

4 Kommentare

  1. Stefan Strobel

    30. September 2008

    Vom dem IT-Unternehmen hat mir Birgit-Rita erzählt. Ich hab intern bei uns im Unternehmen schon mal vorgefühlt, vorsichtig.

    Seit ich das gehört habe beschäftigt mich dieser Gedanke eine sogenannte Behinderung in einen positiven Effekt umzukehren. Dein letzter Satz – ein verborgener Schatz – macht es für mich plötzlich klar. So habe ich “nicht können” noch nie gesehen. Das ist es ganz sicher wert danach zu suchen…..

  2. Will

    1. Oktober 2008

    Diese Story erinnert mich an Scatman John…. er war ein Jazz Musiker aus Los Angeles der sein ganzes Leben lang mehr oder weniger Erfolg als Musiker hatte.Als er Anfang der neunziger Jahre nach Deutschla kam,produzierte er ein Lied namens ‘Scatmans World’,in welchem er sehr schnell ‘scattet’,sprich ‘sing-stottert’.
    Er selbst sagte,das sein ‘Defizit’,das stottern,ihm erst das scatten ermoeglichte.
    Oder Prof.Stephen Hawking,ein Monster-Intellekt,aber der Koerper zurueckgeblieben,behindert.

    Die Botschaft an ‘Normalos’ lautet:Mach das Beste aus deinen Schwaechen=Staerken?

  3. Christiane Windhausen

    2. Oktober 2008

    @ Stefan
    Gerade in der Führung ist für mich die persönliche Wertschätzung für das, was ich nicht kann, sehr wichtig – und wirksam. Meine Schwächen, meine Unvermögen und meine Grenzen sind das Tor in die Kombination und in die Teamarbeit. Dort, wo ich andere neidlos besser sein lassen kann, macht Zusammenarbeiten Spass.

  4. Bärbel Rapp

    3. Oktober 2008

    @
    Der Blick auf Defizite
    - der übliche, gewohnte Blick –
    der uns verhindert, die Möglichkeiten des “anders sein” , die Stärken, die daraus immer erwachsen, zu sehen und zu (be-) achten. Lernstörungen, Aufmerksamkeitsdefizite, die als nicht gesellschaftskonform, oder gar als “krank” gewertet werden, bergen immer ein höchstes Maß an Beziehungswunsch und -angebot.
    Die “Symptome”, die ein Verhalten und eine Reaktion auf das persönliche Umfeld sind, werden (leider dann sogar neurophysiologisch) gelernt und verankert in einem Umfeld, dass mit Bezogenheit und Aufmerksamkeit wenig umgehen kann. Die hohe Sensibilität, mit der die Betroffenen in ihren Möglichkeiten reagieren müssen um zu “überleben”, wird als solche nicht wahrgenommen, sondern häufig sogar zusätzlich “bekämpft”.

    Lernstörungen verändern sich nicht mit “mehr von dem, was morgens schon nicht geklappt hat” = Nachhilfe.
    Aufmerksamkeitsdefizite verändern sich nicht durch “Ruhigstellung” und Reglementierung.

    Das Erkennen und Verstehen von Menschen in ihrem Verhalten, dass nur durch echte Bezogenheit möglich wird, kann Beziehungen und Menschen friedvoll und ausgeglichen machen – und die Schätze können geborgen werden….

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