Wenn Bäume über Körper-Weisheit sprechen

Im Spiegel Online habe ich heute erfahren, dass sich im Körper eines Baumes seine Umwelt widerspiegelt. Wenn ich dort lese, das wir inzwischen anhand von Zell-Analysen ermitteln können, woher das Holz stammt, dass wir verwenden, dann weiß ich, dass sich in unserem Körper alle Spuren unseres gelebten Lebens wider finden lassen. Auch in unserem menschlichen Körper wird man sicherlich bald nachweisen können, in welchem Umfeld jemand groß geworden ist und welche Einflüsse ihn geprägt haben.

Im August findet unser Seminar Körper + Beziehung. Kompetenzen der Selbstführung im Umgang mit dem Körper statt. In diesem Workshop geht es darum, die Auswirkungen unserer emotionalen Erfahrungen auf unseren eigenen Körper zu erforschen und zu erlösen. Im Unterschied zu einem Baum besitzen wir nämlich die Möglichkeit, durch unser Bewusstsein unsere Ein-Prägungen auf der Zell-Ebene zu verändern.

Ich liebe die Weisheit der Bäume…
Und ich bestaune die Möglichkeiten unseres Körpers.

9 Kommentare

  1. Martina Kage

    15. Mai 2008

    Ich habe meine Prüfung bestanden in Hawaiianische Tempelmassage. Nun beginne ich zu üben. Ich frage Menschen ob ich an ihnen üben darf und stelle eine Dose hin und sie legen dann Geld rein, was ihnen die Massage wert war.
    Zu fühlen wie sich verschiedene Körper anfühlen – welche Geschichte der Körper mir erzählt, ist so beeindruckend.
    Gestern hatte ich eine Frau Massiert, deren Körper nicht viel erzählen wollte.
    Bis ich an eine stelle kam – die schrie förmlich um Hilfe. Ich blieb sehr lange an dieser stelle und schickte dort meine ganze Liebe und Aufmerksamkeit hin .
    Ich traf diese Frau am Abend wieder und ich fragte sie:“ wie es ihr ginge“?. Sie fing an zu weinen und sie erzählte mir ihre Geschichte.
    Als ich von eurem neuen Seminar las, wusste ich sofort – das ist das nächste was ich lernen möchte.
    Wir werden uns wieder sehen, beim erforschen der Körper.

  2. Inga Oltersdorf

    15. Mai 2008

    Ein Freund von mir ist Tischler. Er zeigte mir mal einen Querschnitt von einem Baum. Vom Kern bis zur Rinde gibt es Jahresringe. Einige Ringe sind ganz dünn in ihrem Durchmesser, einige ganz breit. Es war richtig zu erkennen, welche Ringe den Baum richtig satt gemacht haben, Zeiten in denen es ihm sehr gut ging. Die dünnen Ringe weisten eher dürre Zeiten auf. Auch Schadstoffe waren zu erkennen, schwarze Stellen, die etwas über die Umweltbedingungen aussagten.

    Jede Schicht um den Kern des Baumes gehört zu seinem Leben. Jede Schicht hat dem Baum geholfen zu überleben, egal wie die Verhältnisse waren.
    Ich glaube auch, dass der menschliche Körper die gleiche Weisheit in sich trägt wie ein Baum, und mein ganzes Leben in meinen Zellen „aufgeschrieben“ ist.

  3. Svenja

    15. Mai 2008

    Mich beschäftigt das Thema Körper-Weisheit schon eine Weile. Über meine eigene Krankheit und der Frage „was will mir mein Körper sagen“ habe ich mich auf den Weg gemacht. Auf dem Weg begegnete ich der „Psycho-Kinesiologie“, für mich ist das Faszination pur! Mit Hilfe des Muskeltests werden z.B. Störfelder, Unverträglichkeiten und Blockaden aufgespürt, die dann mit dem Körper/durch den Körper bearbeitet und aufgelöst werden. Es ist eine Art zu arbeiten, die eine wunderbare Mischung aus Intuition, Körperwahrnehmung und Struktur darstellt. Das tolle daran ist, dass immer derjenige Mensch der kommt seine eigene Körper-Weisheit mitbringt und alles in sich trägt was es braucht um wieder in den Fluss zu kommen. Das was ursprünglich mal „belastet“ hat wird in positives Erleben gewandelt. Die Bereitschaft des Körpers, sich mitzuteilen, Hinweise und Spuren zu liefern fasziniert mich jedesmal aufs Neue und hinterlässt in mir eine große Bewunderung für den Körper, der mich/uns durch das Leben trägt.

  4. Heike Winkler

    16. Mai 2008

    In der taz habe ich vor einigen Tagen über zwei Wissenschaftler gelesen, die davon überzeugt sind, dass Pflanzen ein Erinnerungsvermögen haben und aus Erfahrungen lernen können. Sie mutmaßen, dass es pflanzliche Strukturen gibt, die ähnliche Funktionen ausüben wie unser Nerven-und Zellsystem. Gemeint sind nicht die chemischen Botenstoffe sondern „elektrische Aktionspotenziale“. Sie nehmen Reize von außen wahr und reagieren darauf indem sie sich immer wieder auf Neues einstellen. Nichtgenetische Fähigkeiten wurden bisher immer als Merkmal einer Gehirnleistung gewertet. Die Konsequenzen dieser Annahme könnten sein, daß Pflanzen Schmerzen empfinden. Blätter die zwanzig Zentimeter entfernt von einem brennenden Streichholz entfernt waren, reagierten blitzartig, obwohl ein anderes Blatt verbrannt wurde.

    Tiere, Pflanzen und wir Menschen entwickelten sich aus einzelligen Lebewesen, paralell und jeder in eine andere Richtung. Das heißt Pflanzen, Tiere und Menschen haben gemeinsame Wurzeln und daher gründen auch die Ähnlichkeiten auf der Zellebene.
    Dazu gibt es ein Buch „Zellgeflüster“ im Lenos-Verlag

    Forschung auf der Zellebene ist Neuland, doch es scheint viel zu passieren.

  5. Pingback: Formen

  6. Christina

    17. Mai 2008

    Vor einigen Tagen habe ich mir eine Einzelstunde Tanzunterricht gegönnt. Ich wollte herausfinden, was ich noch kann von dem, was ich vor zehn Jahren in den Standard- und Lateinamerikanischen Tänzen gelernt habe. Seit acht Jahren habe ich kein einziges Mal mehr Standard oder Latein getanzt. – Die Tanzlehrerin fragte mich zu Beginn der Einzelstunde, welche Figuren ich denn gelernt hätte. Ich dachte nach, und mir fielen kaum noch welche ein. Egal, meine sie, wir fangen einfach mal an. Und dann geschah etwas unglaubliches: Mein Körper schaltete meine Gedanken ab und übernahm die Führung. Ich war vollkommen fassungslos, was meine Beine ohne jedes Stolpern und vollkommen sicher vollbrachten, während sich mein Kopf gerade erst versuchte daran zu erinnern, wie denn nun diese oder jene Schrittkombination genau geht. Wir tanzten 90 Min. durch fast alle der üblichen zehn Tänze, und am Ende meinte sie nur, ich hätte überhaupt nichts vergessen. Und ich merkte wieder mal, dass wenn mein Kopf an seine Grenzen kommt, mein Körper Platz für seine eigene Erinnerung hat.

  7. Christiane Windhausen

    19. Mai 2008

    @ Christina
    Was für eine wunderbare Geschichte aus deinem Leben über die Gedächtniskraft des Körpers… Ich habe jedes Wort und jede Zeile beim Lesen genossen. Du hast so genau beschrieben, das unser mentales Gedächtnis unserem körperlichen Gedächtnis manchmal im Wege steht – und wie viel ganzheitlicher im Körper Abläufe und Logiken gespeichert und aus ihm reaktiviert werden… Mir sind gleich einige Situationen aus meinem Leben eingefallen, wo es mir genauso ging. Danke für diese Inspiration.

  8. Bärbel

    26. Mai 2008

    Auch ich komme beim Lesen Eurer Texte gleich in eigene Erinnerungen…….
    Ich durfte im Alter zwischen 12 und 16 Jahren Klavierunterricht nehmen und habe danach nie wieder Lust und Motivation gehabt zu spielen. Meine Klavierlehrerin empfand ich als „ätzend“ und die klassische Ausbildung wie Schule, die natürlich keinen Spaß macht. 20 Jahre später, mit dem Gedanken, meine Kinder sollen Musik nicht nur hören, sondern auch leben, hab ich mir ein Klavier gekauft. Meine Mutter hatte, ohne dass ich das wusste, all meine Noten aufgehoben und mir geschickt. Zu meinem Erstaunen konnte ich alles von damals vom Blatt „runterspielen“ und es gibt darunter Stücke, die meine Finger fast auswendig spielen. Jetzt bin ich nicht nur meiner mittlerweile verstorbenen Klavierlehrerin in tiefem Dank verbunden, sondern auch mit meinem Körper, der mir gezeigt hat, welche Fähigkeiten er mir zur Verfügung stellt, wann immer ich darauf zurückgreifen möchte.
    Vielleicht aber auch noch ein Beispiel für die andere Seite von körperlichem Erleben. Meine jetzt 14 jährige Tochter erzählte mir, dass sie ihren Körper dazu bewegen kann, krank zu werden. Fieber und Infekte zu bekommen helfe ihr, wenn sie nicht weiter wisse und für ihre Probleme keine eigene Lösung mehr finden kann. Damit „bewege“ sie sich und ihr Umfeld aus der Konfrontation zu gehen und sie kann wieder für sich sorgen lassen. Auch bei den Kids kommuniziert der Körper bereits mit der Seele und seinen Beziehungen. Ihnen gut zugehört, bietet sich uns ein unerschöpfliches Lernfeld.

  9. Christiane Windhausen

    27. Mai 2008

    @ Bärbel
    Über wie viele ‚Körper-Weisheiten‘ die nächste Generation bereits mit 14 verfügt … Du hast deiner Tochter ganz eindeutig ein gutes Gespür für ihren Körper vermittelt. Was für ein Segen…

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