Leadership matters
Manchmal schaue ich morgens im Netz bei www.TED.com vorbei. Diese Organisation führt seit 1984 regelmäßig Konferenz durch, auf der Menschen inspirierende Wege für unser Zukunft präsentieren und austauschen.
Heute hat mich ein Vortrag von Patrick Awuah inspiriert. Patrick Awuah hat in Ghana eine Universität gegründet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine neue Generation von Führungskräften so auszubilden, dass sie in der Lage sind, kreative Lösungen für die großen Probleme Afrikas zu entwickeln. Er ist ein großer Visionär mit viel Bescheidenheit. Wenn ich ihm zuhöre, kann ich spüren, welche Bodenständigkeit, Körperintelligenz und Herzenskraft Afrika in unserer Welt repräsentiert.
Er beschreibt in seinem Vortrag, dass Afrika an einem Punkt seiner Entwicklung angekommen ist, wo durch eine einzige Generation der Quantensprung in eine ethische Gesellschaft vollzogen werden kann – wenn die jungen Führungskräfte nur ein gute Ausbildung in ethischer Verantwortung und Integrität bekommen – Leadership matters. Ich weiß auf einmal: Wenn dieser Kontinent einen guten Weg findet, gewinnen wir alle etwas dazu.
Durch seine Liebe zu Afrika wird unsere SONNOS-Vision für mich erneut zu einem leidenschaftlichen Anliegen: Daran mitzuwirken, dass in Europa eine Generation von Führungskräften heranwächst, die in emotionaler Selbstführung, Mitmenschlichkeit und Integrität ausgebildet worden ist.
Nur durch Mitmenschlichkeit in der Führung können wir gemeinsam Lösungen entwickeln, die einerseits individuell angemessen und andererseits global wirksam sind.
Hast du auch einen Traum von Führung?
Inga Oltersdorf
4. Oktober 2007
Eine Freundin von mir arbeitet in einem Hostel (Mischung aus Jugendherberge und Hotel) und vertritt gerade ihre Chefin. Damit trägt sie viel Verantwortung.
In einem Gespräch mit mir sprudelt es nur so aus ihr heraus, wie sie in ihrer Position lernt, Verantwortung abzugeben und zu vertrauen, dass in ihrem Team auch andere in all das Chaos Ordnung bringen und alles einen eigenen Entwicklungsprozess annimmt. Das macht sie total lebendig, jeden Tag geht sie mit Energie von der Arbeit nach Hause und freut sich über ihre Arbeit.
Nur merkt sie, wenn andere nicht in Selbstverantwortung mit ihren Gefühlen umgehen und ihr am liebsten “den Schuh” anziehen wollen. Das blockiert sie körperlich und sofort geht ein Miteinander auseinander. Sie möchte an dieser Stelle “den Schuh” wieder dort hinrücken, wo er hingehört, sie weiss nur nicht wie…
Das ist für mich ein Traum von Führung:
Meine Freundin sieht die Fähigkeiten ihrer Kollegen und weiss, was andere besser können und wie von selbst entsteht Kombination!
Das fehlt noch zu einem Traum von Führung:
Andere in die Selbstverantwortung eigener Gefühle zu bringen!
Markus Strobel
29. Oktober 2007
Ich entwickle seit einigen Wochen so ganz langsam (auch seit ich dieses Buch lese) eine Vision von Führung in der vieles Möglich sein darf:
- Gefühle dürfen anwesend sein, ansteckend, begeisternd aber nicht manipulierend, so das sie verschoben werden.
- Wo echte Wertschätzung und Wahrhaftigkeit stattfindet
- Wo Kompetenz führt, das ist für mich überhaupt der Schlüssel weil dann echtes Kombinieren möglich ist.
Dafür kämpfe ich gerade und ich bin schon gespannt und wohin es mich bringt. Ihr habt mich gut darauf vorbereitet. Danke
Inga Oltersdorf
13. Dezember 2007
@Christiane
Oft kommen mir Worte von dir zugeflogen, wenn ich so in Gedanken durch die Gegend laufe…Heute waren es die Worte dieses Beitrags: welche Körperintelligenz und Herzenskraft Afrika in unserer Welt repräsentiert, wie wir davon lernen können.
Als mir diese Worte kamen, hat es mich gerade auf einen Friedhof gezogen, wo ich riesige Grabsteine und Denkmäler aus dem 2. Weltkrieg fand. Mit jedem Schritt kam mehr und mehr Trauer und Schwere in mir auf, bis ich vor einem begehbaren Grabstein stand, mit der Aufschrift: Erbbegräbnis von Familie “so und so”. Mich traf es total, was für eine Enge und Schwere über mich kam. Plötzlich war mir klar, wieviel ungelöste Schuld in Form von Verantwortung in der deutschen Geschichte vorhanden ist. Aufeinmal kommt es durch mich geschossen, dass ein Zusammenleben mit anderen Kulturen, eine riesige Möglichkeit für Deutschland ist, diese Konsequenzen aufzulösen. Denn ein interkulturelles Miteinander fordert Kontakt mit dem Anderen. Und Kontakt mit dem Anderen gelingt nur, wenn ich mit mir verbunden bin, d.h. wenn ich meine Wurzeln in mir spüre.
Irgendwie können die einzelnen Entwicklungsschritte des Sonnostrainings, alle 4. Module mit allem drum und dran, auf eine globale Entwicklung übertragen werden…
Oh, ich seh gerade genau das schreibst du: “unsere SONNOS-Vision wird für mich erneut zu einem leidenschaftlichen Anliegen: Daran mitzuwirken, dass in Europa eine Generation von Führungskräften heranwächst, die in emotionaler Selbstführung, Mitmenschlichkeit und Integrität ausgebildet worden ist.”
Wie schööön…..
Christiane Windhausen
14. Dezember 2007
@ Inga
Ich kenne niemanden, der so sehr mit unseren Blog-Beiträgen lebt wie du. Manchmal kommst du sogar – wie hier – mehrmals vorbei, verbindest dich mit einen anderen Aspekt eines Postings und besprichst ihn.
Für mich entspringt die Gabe zu sprechen vor allem aus der Fähigkeit zu hören… Und du verfügst über ein ganz außergewöhnliches Hör-Vermögen.
Ich kann spüren, wie du mit den Worten lebst… wie dich Worte führen und dir Richtung geben… wie sie dich satt machen – und hungrig… Du weißt, wie sehr wir gelebte Worte brauchen, um ein Gefühl für uns selbst bekommen. So wird jedes Mal, wenn ich einen Kommentar von dir lesen, für mich ein anderer Aspekt aus meinem Beitrags ins Sichtbare gehoben…
Durch dich werde ich für mich hörbar….