Deutschland – wo Veränderungen nicht bemerkt werden

Ich schlage das Stern Sonderheft – Gesund Leben 1/2006 auf und finde den Artikel: ‚Hoffman Quadrinity Prozess. Vorsicht Psycho-Falle… Die Methode kann Panikzustände auslösen’. Ich bin gemeint… Ich werde zitiert… Ich stehe mit meinem Namen ein für diesen Prozess der Liebe…

Die Zeit springt 10 Jahre zurück …. Die alte Sprache, die gleichen alten Quellen. Eine überholte Überschrift, die irgendwie gar nicht mehr in unsere Zeit paßt. Damals gab es – angeführt von Colin Goldner – eine Kampagne gegen die sogenannte deutsche ‚Psychoszene’. Im Zuge dessen wurde von Aikodo über den Quadrinity Prozess bis zum Yoga alles zur Scharlanterie erklärt… Ich habe selten so eine ausgeprägte Haltung der Verachtung erlebt… Heute ist es Heike Dierbach – freie Journalistin, die den Quadrinity Prozess an die Sucht nach Sensationen verkauft. So als wäre positive Veränderung der Erzfeind des Journalismus…

Ich lebe in einem Land, in dem Veränderungen ignoriert werden. Fehler werden dir bis an das Ende deines Lebens immer wieder vorgehalten. Diese Grundhaltung der Verachtung und Beschämung in Deutschland verhindert, dass wir unbefangen aus Fehlern lernen und uns entwicklen können. Fehler werden einfach nicht verziehen. Schlechte Nachrichten überleben immer… doch Veränderungen werden in Deutschland in einer Weise ignoriert, die für mich im internationalen Vergleich einzigartig ist – es sei denn es sind Verschlechterungen. In diesem Land wird immer noch belohnt, wer sich anpasst, sich nicht bewegt und den Kopf in den Sand steckt. Auf der Strecke bleibt, wer etwas herzvolles Eigenes wagt und riskiert…

Ich bin unfassbar traurig: Wie sollen wir in Deutschland nur auf einen grünen Zweig kommen? Wann können wir endlich anfangen, aus den Fehlern früherer Generationen zu lernen und über unsere Geschichte hinauszuwachsen?

Am eigenen Leibe erlebe ich noch einmal, wie groß die Angst ist, Fehler zu machen… Und wie hoch die Strafe der Schuldgefühle ist… Kein Land ist so gnadenlos im Umgang mit Kritik wie wir. Hier gilt das ungeschriebene Gesetz: Nur wer viele Fehler aufdeckt ist kompetent. Dass wir dabei auf einem anderen Auge blind geworden sind, scheint kaum jemand zu bemerken. Wie soll etwas Neues wachsen – ohne Staunen und Würdigung, ohne Dankbarkeit und Neugier?

So bleibt mir nur, auf die zu hoffen, die sich eine eigene Meinung bilden und persönlich etwas Neues wagen…

2 Kommentare

  1. Niels

    18. Juli 2009

    Ich bin mit Ihnen einer Meinung, dass der Stern-Artikel den Quadrinity Prozess nicht adequat beschreibt. Allerdings gilt meiner Meinung nach das Gleiche für all die Werbung für den QP, die es auf dem Internet zu Hauf zu finden gibt.
    Als ich vor mehr als zwei Jahren vor der Entscheidung stand, den QP zu machen oder eben nicht, hatte ich auch mit grossem Aufwand keine ernsthaften Informationen darüber auf dem Internet finden können. Schlussendlich habe ich mich dafür entschieden – und bin heute noch frustriert und verärgert darüber, dass ich auf so etwas hereingefallen bin.
    Was ich selbst erlebt habe, kann ich nur als ein total lächerliches Theater bezeichnen, aufgeführt von drei Leuten (vom IAK Schweiz), die klarerweise weder vom Leben noch von uns Menschen irgendein Verständnis haben – und die sicherlich nicht in der Lage sind, irgendeinem Menschen in seiner Entwicklung weiter zu helfen.

  2. Christiane Windhausen

    31. Juli 2009

    @ Niels
    Ich habe in den USA und in Deutschland zwar andere Erfahrungen mit dem QP gemacht als du. Doch ich finde es grundsätzlich sehr wichtig, genau zu wählen, ob ein Berater, Trainer, Therapeut oder ein Institut wirklich zu mir passt. Schade, dass du nicht auf dein erstes Gefühl gehört hast.

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