Geschichte – Gegenwart – Zukunft

Mitten im beginnenden Frühling mit Jochen auf der Autobahn. Überall vor uns und neben uns Automobil-Oldtimer, die durch die Sonne ins Freie gelockt wurden. Mein Mann gerät bei jedem Oldtimer in vorbehaltloses Schwärmen. Ich dagegen lande immer wieder im stillen Staunen. Ich spüre, dass er seine Werte aus der Vergangenheit und der Tradition schöpft. Das liebe ich an ihm; auch darin habe ich ihn gewählt.

Ich dageben bin in der Zukunft geboren und ihr bin ich verpflichtet. Mich bewegt die Frage: Wie gelingt es uns, eine Zukunft zu erschaffen, die ruft und die unserer Gegenwart einen Sinn schenkt, der heilt und führt? Wie können wir an zukünftige Veränderungen glauben, wenn wir nicht wahrgenommen haben, dass selbst die Gegenwart das Produkt einer veränderten Geschichte ist?

In Deutschland haben wir den Schatz der Vergangenheit – zumeist unerforscht – hinter uns gelassen. Sein wirkliches Potential ist bisher nicht ausgeschöpft worden. Ohne Geschichte ist Zukunft jedoch nicht möglich. Erst das Verständnis der Geschichte ermöglicht uns, die Chancen einer veränderten Zukunft zu denken und zu bewegen. Wer die Erfahrungen der Geschichte nicht achtet, hält in der Gegenwart die Vergangenheit aufrecht und demontiert den Augenblick durch Zukunftsschwäche.

Und wer von uns kann schon von Augenblicken leben, die keine Zukunft haben?

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