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Eine Zeit der Wortlosigkeit scheint zu Ende zu gehen.

Wo beginne ich ? Die Weihnachtstage habe ich gemeinsam mit meinem Bruder an dem Ort verbracht, an dem meine Mutter zuletzt gelebt hat. Wir haben gemeinsam versucht, den Platz auszufüllen, den sie hinterlassen hat. Es war nicht einfach – unsere Liebe füreinander hat uns getragen. Verschneite Landschaften und ein sonniger Himmel haben uns umhüllt. Inmitten dieser Stimmung kam die Nachricht von der Flutwelle. Sie hat mich bis zur Erstarrung getroffen. 2 Tage der Ungewissheit – lebt Christiane? Die Zeit schien endlos. Durch die Erstarrung war es mir nicht möglich zu fühlen. Weder mich, noch Christiane.
Ab und zu die Frage, muss ich noch einen über alles geliebten Menschen gehen lassen. Ich kann es in Worten nicht ausdrücken, wie erleichtert und glücklich ich über Die Nachricht war, dass sie lebt – das DU lebst.
Gleichzeitig dieses unendliche Leid in Asien. Tod, Verletzung, Verlust, Obdachlosigkeit, Hunger und Durst – menschliches Leid in einer Dimension, die es durch eine Naturkatastrophe so noch nie gegeben hat.

Unzählige kleine, große und sehr große Gesten der Mitmenschlichkeit. Die Welt rückt zusammen.
Ich wünsche mir von ganzem Herzen : Möge diese Welle größer und größer werden.

Wieder und wieder hörte und las ich in den letzten Wochen “Traumatisierung”. Ein Thema mit dem ich mich schon lange beschäftige. Nicht das die Menschen vor der Flutkatastrophe das Wort nicht kannten, doch jedes Mal wenn ich es aussprach, darüber sprach, merkte ich energetisch, wie wenig Zugang die Menschen dazu hatten, wie verschlossen die Türen in Deutschland dem Thema gegenüber sind. In einer Gesellschaft, die ihre Katastrophe selbst verschuldet hat, muss vergessen, muss verdrängt werden. Heute leben wir in einer erstarrten Gesellschaft.
Das wir heute anderen helfen können, ist ein großer Segen. Vielleicht können wir die Bewegung der Mitmenschlichkeit in unserem Land weiter fortsetzen. Sie könnte Schale sein für unsere Geschichte, für all die unerlösten Gefühle, die über Generationen hinweg weitergeschoben wurden.

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