Krankeit als Chance
Vorgestern – ich war mit dem Auto auf dem Weg von München nach Köln – lauschte ich einer Stimme im Radio. Ein Sportreporter, seit 30 Jahren befreundet mit Mohammed Ali, erzählte über das Leben der Sportlegende. Es wurden Ausschnitte von alten Pressekonferenzen eingespielt. Ali, der Unbesiegbare sprach.
Ich konnte noch mal die Kraft in seiner Stimme fühlen. Eine Kraft, die scheinbar alles möglich macht.
Der Reporter sprach auch über die Zeit, als das Leben Ali aufforderte den größten Kampf seines Lebens zu führen. Sein Körper musste sich beugen – er verlor durch eine Krankheit (Parkinson) seine Ausdruckskraft. Viele Jahre ging dieser Kampf und wieder siegte Ali – dieses Mal mit seinem Herzen.
Ali hatte immer den Mut vor Milliarden von Menschen zu kämpfen, ob mit den Fäusten und seiner großen Klappe oder wie bei den olympischen Spielen, als er sich als wackeliger, zittriger Mann zeigte und die Welt bewegte.
Der Reporter erzählte, das dieser Auftritt der Wendepunkt in seinem Leben war.
Er schöpfte Sinn und Kraft in dem er sein Schicksal teilte und erlebte, wie viel Menschen er mit seinem Weg berührte und Mut machen konnte.
Freiwillig hätte er sich wohl kaum so in Frage stellen können.