augen

Mein Sylvester mit Shuffle und Hans-Peter

5. Januar 2009 | Birgit-Rita Reifferscheidt

Mein Auszeit “zwischen den Jahren“, wie es Ralf Teichgräber so treffend beschreibt, ist vorbei. Nun sitze ich hier, völlig entspannt und bin voll mit Eindrücken, Erlebnissen und Ideen. Ich bin schon sehr neugierig, was aus all dem im neuen Jahr wird.
Mein Sylvesterfest habe ich mit “Hans-Peter” und meinem kleinen iPod-shuffle verbracht. Es war eine Nacht der Überraschungen.

Nachdem ich mich gefragt habe, wie möchte ich in diesem Jahr den Jahreswechsel verleben, die Menschen, mit denen ich gerne gefeiert hätte, alle unterwegs waren und ich keine richtige Antwort auf meine Frage bekommen habe, habe ich es einfach auf mich zu kommen lassen.

Am Sylvestermorgen viel mir per Zufall das Hörbuch von Hape Kerkling “Ich bin dann mal weg” in die Hände. Eigentlich war ich unterwegs, um mir den iPod-Shuffle zu kaufen. Dieser Impuls war ziemlich deutlich, das kleine Ding möchte ich haben. Da der Apple-store noch nicht geöffnet hatte, bin ich noch ein wenig durch die Geschäfte gebummelt. Auf diesem Weg fiel mir das Hörbuch von Hape in die Hände. Dieses Buch wollte ich schon lange lesen, lieber aber noch wollte ich Hans-Peter persönlich erzählen hören. Die Sylvesternacht fand ich sehr passend für diesen Hörerlebnis. Dann habe ich noch schnell den iPod gekauft und ab nach Hause. Ich konnte es kaum erwarten alle meine iTunes-Inhalte, die ich in den letzten Jahren importiert  oder gekauft habe, zu koopieren. Da ich 2Giga Speicherplatz hatte, paßten meine 435 Stück locker auf das kleine Ding.

Die Daten waren geladen und die erste CD von sechs lag startklar im Player. Mein Sylvester begann bereits um 15 Uhr. Ich tauchte ein und ging in der Vorstellung - da wußte ich noch nicht, dass es sich im Laufe der Nacht ändern sollte - mit Hans-Peter den Camino. Die Tiefe und Leichtigkeit seiner Worte haben mich getragen, Berg rauf, Berg runter. Ich habe unzählige Bars kennengelernt,maßenweise Boccadillos gegessen und Cafe con Leche getrunken. Zwischendurch habe ich mich immer wieder laut lachen hören. Die genußvollen Begegnungen, die er auf dem Weg immer wieder hatte, dass mit jeden Meter wachsende Vertrauen, die vielen Fragen, die er sich gestellt hat und die innere Sicherheit, dass er auf jeden Fall ankommen wird, hat mir meinen Sylvesterabend bis 23 Uhr verzaubert.
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Kaum hatte Hape das letzte Wort gesprochen, stand ich wie von unsichtbaren Händen geführt auf, zog mich warm an und ging mit meinem Hörstöpeln im Ohr und meiner mit 435 Stücken geladenen iPod shuffle auf Wanderschaft. Ich lief ins neue Jahr. Zu hören bekam ich eine Überaschung nach der anderen. Um     00 Uhr stand ich bereits mit offenen Mund auf einem freien Feld. Das ist wirklich meine Sammlung, hörte ich mich innerlich sagen. Schlager aus den letzten 60zig Jahren, wechselte sich ab, mit Techno, dazwischen Klassik, oder Chöre aus der ganzen Welt. Kommerzielle Musik, genauso wie Avangarde. Ein Stück Lebengeschichte von Rilke und Texte über Hegel und Kant…….Mantras, Pop und Rock aus den letzten 40 Jahren…die deutsche Nationalhymne, 2Ton-Musik, Trommeln aus Afrika und Japan……

Damit hatte ich nicht gerechnet. Mir selbst in dieser Form zu begegnen hatte ich nicht überdacht. Welch eine Überraschung- welch ein Jahreswechsel.3 Stunden bin ich durch die Nacht maschiert, meinen ganz persönlichen musikalischen Pilgerpfad.

Danke Hape für die Inspiration, danke der Technik und ihren Möglichkeiten und danke an alle die, die in den letzten Monaten persönlich auf mich zu gekommen sind und gesagt haben, dass sie meine Beiträge im Blog gerne lesen. Eure Wertschätzung hat unter anderem dazu beigetragen, dass ich die letzten 2 Artikel geschrieben habe.
Ich wünsche allen ein  Jahr voller Überraschungen, möglichst wenig Krisenstimmung und das ihr die kleinen Freuden zwischendurch nicht vernachlässigt.

Weihnachten 1943

26. Dezember 2008 | Birgit-Rita Reifferscheidt

Zu Weihnachten treffen sich Genertionen unter dem Weihnachtsbaum. Oft sind es die strahlenden Kinderaugen, die uns Erwachsene verzaubern.

Mich hat in diesem Jahr eine Kindergeschichte meines Vater verzaubert. Ich erzählte über die vielen unkonventionellen Weihnachtsfeste, die ich in den letzten 20 Jahren gefeiert habe und das sie mir heute die Freiheit schenken, ein traditionelles Weihnachtsritual ganz und gar zu genießen. Inspiriert durch meine Erzählungen, erinnerte sich mein Vater an das Weihnachtsfest, welches ihn am tiefsten in Erinnerung geblieben ist.

Weihnachten 1943, der Krieg tobt in Köln. Jede Nacht hieß es, sein Leben im Keller in Sicherheit zu bringen. Meine Großeltern und mein Vater (damals 7 Jahre alt), hatten in weiser Voraussicht den Weihnachtsbaum im Keller aufgebaut. Als am Abend die Sirenen aufheulten liefen sie hinunter. Die ersten Hausbewohner standen schon versammelt am Weihnachtsbaum. Die ersten Bombenteppiche schlugen nah am Haus auf und die Hausgemeinschaft hielt sich fest an den Händen - in ihrer Mitte, der mit Kerzen geschmückte Weihnachtsbaum. Sie sangen Weihnachtslieder und für ein paar Augenblicke traten die laut aufschlagenen Bomben in den Hintergrund.
Meinem Vater standen die Tränen in den Augen, als er uns am heiligen Abend die Geschichte erzählte. Es war, als wenn ich den Moment mit ihm nochmals erleben dürfte. Trotzdem oder gerade weil der mögliche Tod so nah war, genossen sie ihre kleine Gemeinschaft und konnten die große Liebe für das Leben spüren.
Mein Herz ist vor Dankbarkeit übergelaufen. Dieses Weihnachtsfest wird mir unvergessen bleiben. Möge mein Vater noch viele weise Geschichten aus seinem Leben mit mir teilen.

……………..es weihnachtet sehr

24. Dezember 2008 | Birgit-Rita Reifferscheidt

24.Dezember - Mittagszeit - Die Geschäfte sind geschlossen, die Kühlschränke voll, vielleicht werden noch die letzten Geschenke eingepackt.

Ich habe bis gerade in der Küche gestanden und die Saucen für unser Familienfondue bereitet. Ich habe es mir richtig gemütlich gemacht. Die Kerzen brennen, Musik spielt im Hintergrund. Natürlich Weihnachtsmusik. Meine Weihnachtskugeln und Sterne schmücken schon seit dem 1.Advent meinen kleinen Baum bzw. Tannenäste. Es sieht aber aus wie ein kleiner Baum.
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Ich habe die Adventszeit sehr genossen. Einen entspannter Weihnachtsmarktbesuch, ein Glühweintrinken mit unserer Hausgemeinschaft, viele Bastelabende und kein Geschenkbesorgungsmarathon.

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Jetzt kann Heiligabend kommen.
Ich wünsche all unseren Lesern ein besinnliches und freudvolles Weihnachtsfest. Genießt die Gemeinschaft - es gibt viele Menschen, die müssen die heilige Nacht alleine verbringen. Vielleicht denkt ihr mal an sie, falls die Emotionen doch mal hochkochen. Das passiert ja gerne zu Weihnachten. Ich werde daran denken, falls es mir passiert.

Geht nicht gibt es nicht

24. November 2008 | Birgit-Rita Reifferscheidt

Am 8.8.2006 war im Kölner Stadtanzeiger zu lesen, dass die Stadt Langenfeld (liegt zwischen Düsseldorf und Köln) bis 2008 die erste schuldenfreie Stadt in Deutschland sein will. Ein hochgestecktes Ziel. Ein umfangreiches Konzept sollte es möglich machen. Am Rathaus wurde eine Schuldenuhr aufgestellt. Für jeden Bürger war somit ersichtlich, wie die Schulden von Minute zu Minute weniger wurden. Das hob die Stimmung und ließ die Menschen an einen Strang ziehen. Getreu dem Leitsatz, wir können nur das Geld ausgeben, dass wir haben, betrieben sie eine aktive Finanzpolitik.

Sie haben es geschafft. Seit dem 3.10.2008 ist die Stadt schuldenfrei. In Langenfeld wurde gefeiert.  In Zeiten wie diesen, wo jedes zweite Wort Finanzkrise lautet, finde ich dieses gelungene Unternehmen besonders bemerkenswert. Diverse Städte wollen es den Langenfeldern nun gleich tun. Die Schuldenuhr ist bereits verliehen.

Leidenschaft versus negative Gedanken

22. November 2008 | Birgit-Rita Reifferscheidt

Der größte Hemmschuh ist die Angst vor der Angst und der Pessimismus. Beides ist Gift für unsere Leidenschaft. Gerade die Leidenschaft ist es, die wir am nötigsten brauchen, um uns nicht von negativen Gedanken ausbremsen zu lassen. Es geht nicht darum alles schön zu reden, aber es hilft auch nicht nur schwarz zu sehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, nur wenn wir etwas haben, für das wir uns leidenschaftlich einsetzen können, können wir Ängste wandeln, Krisen bewältigen  und damit die Chance zu wachsen nutzen. Wolff Horbach lädt in seinem Posting ein, die Wirtschaftskrise mit Hilfe von Fakten realistisch zu betrachten und erinnert an die Leidenschaft sein eigenes Konjunkturprogramm zu verfolgen.

Ich teile die Meinung von Wolff Horbach. In Zeiten wie diesen, hilft uns die Dankbarkeit und die Rückbesinnung auf das, was wir haben. Die Dankbarkeit stärkt uns von innen. Die Dankbarkeit war stets meine größte Kraftquelle, besonders in Zeiten, als der mächtig Wind von vorne bließ und mich zu Boden gerissen hat. Meiner Dankbarkeit habe ich es zu verdanken, dass ich heute voller Vertrauen nach vorne schauen kann.
Stimmt - solche Worte hat man schnell geschrieben. Sie zu leben braucht Zeit und Übung. Auf dem Display meines handys steht bereits seit ein paar Jahren üben erwünscht.
Erinnerung hilft mir im Alltag. Woran möchten sie erinnert werden?